Trotz niedrigen Zinsen und steigenden Börsenkursen bleibt das Sparbuch das liebste Anlageprodukt der Deutschen. Doch glauben 46 Prozent, nicht das Beste aus ihrem Vermögen zu machen. Auch wenn die Angst und Unsicherheit gegenüber risikoreicheren Anlageprodukten bleibt, steigt die Aktienquote. Das geht aus der aktuellen Studie „Aktienkultur in Deutschland“ hervor. Dazu wurden 2.000 Bundesbürger zu ihrem Sparverhalten befragt.

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Demnach nutzten fast alle Befragten kurzfristige Anlagen wie etwa Girokonto, Sparbücher und das Tagesgeld. Diese werden von 88 Prozent der Deutschen genutzt. Sechs von zehn Deutschen (60 Prozent) nutzten mittelfristige Anlagen, wie Bausparverträge, Festgeld oder Anlagen. Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) spare Geld über eine Rentenversicherung. Dabei liege die Riester-Rente vor der privaten Rentenversicherung und der betrieblichen Altersvorsorge.

Immerhin steckten 30 Prozent der Deutschen ihr Vermögen direkt oder indirekt in Aktien. Das ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anstieg gäbe es bei den 25 bis 35-Jährigen Anlegern. Hier kletterte die Aktienquote von 19 auf 33 Prozent gestiegen. Dabei setzten die meisten Sparer auf Aktienfonds, gefolgt von Einzelaktien (12 Prozent) und börsennotierten Fonds (ETF) (5 Prozent) .

Jedoch rege die anhaltende Niedrigzinslage zum Nachdenken an. Denn fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) sei der Meinung, nicht das Beste aus ihrem Vermögen zu machen. Bei den 25- bis 34-Jährigen sei dieser Grundgedanke noch stärker ausgeprägt. Immerhin 61 Prozent sehen hier noch mögliche Verbesserungen bei der Geldanlage. Außerdem glaubten knapp zwei Drittel (64 Prozent), dass die Zinsen weiterhin dauerhaft niedrig bleiben werden und nur zwei Prozent an eine baldige Zinswende.

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Vier von zehn Deutschen hätten schon im letzten Jahr über eine Aktienanlage nachgedacht und nur 11 Prozent haben dann tatsächlich in Aktien investiert. Trotz Niedrigzinsniveau und den zugleich steigenden Börsenkursen sehen 48 Prozent der Befragten Aktien als Spekulationsobjekt an. Als Gründe für diese Meinung nannten sie: Angst ihr Geld zu verlieren (35 Prozent) oder Angst die falschen Aktien zu kaufen (30 Prozent). Besonders die unter 35-Jährigen trauten sich aufgrund ihrer Unwissenheit eine Anlage in Aktien letztendlich doch nicht zu. Gleichwohl würden drei von zehn Deutschen (29 Prozent) Aktien als eine gute Geldanlage ansehen. Überdies würden noch mehr Bundesbürger in Aktien investieren, wenn man auch kleine Summen (unter 100 Euro) investieren könnte (25 Prozent) und dies bei günstigeren Gebühren (22 Prozent).