Versicherungsbote: Der deutsche Lebensversicherungs-Markt gilt weitestgehend als gesättigt. Was versprechen Sie sich vom Markteintritt in den deutschen Markt?

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Walter Capellmann: Der deutsche Versicherungsmarkt ist der größte in Europa und bietet aus unserer Sicht noch viel Vertriebspotenzial. Die DELA fokussiert sich mit der Risikolebensversicherung auf die Absicherung des Todesfalls. In der Vorsorgeberatung wird die Risikolebensversicherung bisher nur als eine Art „Mitnahmeprodukt“ gesehen, obwohl sie ihren Kunden einen enorm wichtigen Versicherungsschutz bietet, gerade jungen Familien mit Kindern und verheirateten und unverheirateten Paaren jeglichen Geschlechts.

Vielen ist aber gar nicht bewusst, dass die Risikolebensversicherung ihren Hinterbliebenen Schutz vor den finanziellen Belastungen eines Todesfalls bietet, etwa bei einer Immobilienfinanzierung, einem Darlehen oder größeren Anschaffungen. Wir sind von den Marktchancen überzeugt und wollen in der Beratung und im Vertrieb Impulse setzen.

Welche Policen werden Sie hierzulande anbieten? Werden Sie die komplette Leben-Produktpalette anbieten oder Nischenangebote?

In Deutschland bieten wir ab sofort die Risikolebensversicherung „DELA aktiv Leben“ an, die den Angehörigen des Versicherten im Todesfall eine finanzielle Unterstützung gewährleistet. Verstirbt der Versicherte, so erhalten die Begünstigten die in der Police vereinbarte Auszahlung. Im Gegensatz zur klassischen Lebensversicherung tritt dieser Leistungsanspruch ausschließlich im Todesfall in Kraft. Dabei liegt es in der Verantwortung des Versicherten, den oder die Begünstigten zu benennen. Sofern sich unseren weiteren Produkten in Deutschland gute Marktchancen eröffnen, könnten wir uns zu gegebener Zeit auch eine Erweiterung unseres aktuellen Angebots vorstellen.

Erneut kooperieren Sie mit einem niederländischen Versicherer, nachdem Sie bereits Monuta als Generalbevollmächtigter begleiteten. Warum der Hang zu Oranje? Können deutsche Wettbewerber von den niederländischen Wettbewerbern noch etwas lernen?

Als Geschäftsführer von Capellmann Consulting habe ich bereits einige, häufig auch niederländische Unternehmen beraten und auf Wunsch auch in den deutschen Markt begleitet. Ich erkenne bei den niederländischen Versicherern einige mentalitäts- und kulturbedingte Unterschiede, die sich aus meiner Sicht in handfesten Wettbewerbsvorteilen gegenüber deutschen Anbietern niederschlagen. Gerade in Sachen Digitalisierung sind uns die Niederländer voraus, und zwar sowohl im Hinblick auf die kundenseitig viel stärker ausgeprägte Akzeptanz und Nutzung von Online-Angeboten als auch auf die vertriebsseitige Verbreitung von speziellen Lösungen und webbasierten Anwendungen. Hier können sich deutsche Versicherer gewiss noch viele gute Ansätze von unseren niederländischen Nachbarn abschauen.

Sie wenden Sich mit Ihrer Risikolebensversicherung auch an junge Kundinnen und Kunden. Wie spricht man Teens und Twens auf das Thema an, dass sie selbst versterben könnten und die Familie hierfür Schutz braucht?

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Unser Markenclaim lautet: „Die DELA ist für Euch da.“ Wir sprechen unsere Kunden konsequent mit „Du“ an und legen Wert darauf, dass wir jeden Versicherten als „Partner auf Augenhöhe“ sehen, dem wir mit Fairness, Offenheit und Vertrauen begegnen. Unsere Markenkommunikation zeigt „echte Menschen“ in ihrer jeweiligen Lebenssituation, und auch mit unseren leicht verständlichen Produkten sind wir m.E. modern und auf der Höhe der Zeit. Denn unser Anspruch ist es, nah am Menschen zu sein und dessen individuelle Lebenswirklichkeit zu verstehen. Das gilt auch für Teens und Twens, die ja häufig schon sehr bald in ihrem Leben in einer festen Beziehung oder Partnerschaft stehen. Und heutzutage ist der Schritt von der festen Lebensgemeinschaft zur Gründung einer eigenen Familie für viele junge Paare nicht mehr groß. Aus meiner Sicht sind die jungen Menschen von heute viel verantwortungsbewusster als allgemeinhin unterstellt.