Die Allianz scheint ihre Einkaufstour in Europa fortzusetzen und soll dabei am Erwerb der Generali Belgium interessiert sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung „auf mehrere mit der Transaktion vertraute Personen“. Bis zum 8. September will die Allianz angeblich ein Angebot für den Kauf der belgischen Generali-Tochter vorlegen, schreibt Reuters weiter. Das Belgien-Geschäft der Generali könne dabei mit bis zu 500 Millionen Euro bewertet werden.

Anzeige  

 

Die belgische Generali-Tochter betreut derzeit laut Reuters 530.000 Privat- und Gewerbekunden, die Geschäftsentwicklung verlief zuletzt positiv. Im Jahr 2016 konnte das Unternehmen mit Sitz in Brüssel seine Prämieneinnahmen um 20 Prozent steigern: Sie beziffern sich nun auf rund 800 Millionen Euro. Der Reingewinn betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 89 Millionen Euro. Die Generali bietet in Belgien eine breite Palette an Versicherungen an, von Lebens- über Kfz-Policen bis hin zu Sach- und Unfallversicherungen.

Generali will Strukturen verschlanken

Die Generali Gruppe befindet sich mitten in einem Umstrukturierungsprozess und will sich aus bis zu 15 Ländern zurückziehen: Teil eines ehrgeizigen Umbauprogramms, das CEO Philippe Donnet dem Versicherer ins Kursbuch geschrieben hat (der Versicherungsbote berichtete). Aktuell beschäftigt der italienische Versicherungsgigant nach Eigenaussagen 74.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern. Grund für die Umbaupläne ist unter anderem die Unzufriedenheit der Aktionäre, die mit einem Verkauf des Versicherers liebäugelten.

Anzeige  

 

Neben der Allianz gibt es laut den Insidern noch andere Anbieter, die am Kauf der belgischen Generali-Tochter interessiert seien. So hätten auch die Schweizer Baloise Gruppe sowie das britische Private-Equity-Unternehmen Cinven ihre Fühler nach dem belgischen Versicherer ausgetreckt, berichtet die Reuters. Darüber hinaus habe die Athene Holding mit Sitz auf den Bermudas Interesse am Altbestand der Lebensversicherungen angemeldet haben, um die Verträge abzuwickeln. Eine Stellungnahme hätten alle Versicherer abgelehnt.

Reuters