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Interview

Betriebliche Krankenversicherung sollte steuerlich gefördert werden

jarmoluk/Pixabay

Für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) sollte eine steuerliche Förderung ermöglicht werden. Schließlich hätten die Vorteile auch bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) für eine deutlich erhöhte Akzeptanz bei Arbeitgebern und Vertrieben gesorgt. Davon ist Jan Esser, Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherung, überzeugt.

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Versicherungsbote: Unternehmen leiden zunehmend unter dem Arbeitskräftemangel. Schlägt nun die große Stunde für die betrieblichen Krankenversicherung?

Herr Esser: In der Tat bietet sich die bKV hier hervorragend an. Denn mit attraktiven Personalzusatzleistungen können sich Unternehmen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte stark abheben. Das hilft, Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen. Die bKV ist dabei besonders geeignet. Denn sie gehört aus Arbeitnehmersicht zu den drei wichtigsten monetären Personalzusatzleistungen und ist gleichzeitig noch vergleichsweise wenig verbreitet.

Unsere Studie mit der Gesellschaft für Konsumforschung bestätigt die positiven Effekte: Die Fluktuation ist in Unternehmen mit einer bKV spürbar geringer, Mitarbeiter sind zufriedener mit ihrem Arbeitgeber, und gleichzeitig steigt die Weiterempfehlungsbereitschaft um fast 70 Prozent.

Trotzdem spielt die bKV derzeit im Vergleich zur bAV nur eine geringe Rolle. Hat die bKV wirklich Potential?

Absolut! Die Nachfrage steigt, auch bei großen Unternehmen. Entsprechend positiv entwickelt sich das Geschäft, auch wenn es noch viel Luft nach oben gibt. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass die bKV noch nicht an die bAV heranreicht. Auch die bAV ist nicht von heute auf morgen groß geworden. Heute ist sie aber nicht mehr wegzudenken. Geholfen hat der bAV dabei auch die steuerliche Förderung. Sie erhöht in der Altersvorsorge und Unfallversicherung deutlich die Akzeptanz bei Arbeitgebern und Vertrieben. Entsprechend sollte auch die bKV gefördert werden. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Tankgutscheine steuerlich gefördert werden, Investitionen in die bKV und damit in die Gesundheit der Mitarbeiter aber nicht.

Jan Esser ist Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherung(c) Allianz Deutschland AG

Welche Tipps geben Sie Arbeitgebern bei der bKV?

Zum einen sollten Unternehmen bei der Auswahl der Leistungen die Wünsche der Arbeitnehmer berücksichtigen. So haben sie die optimale Wirkung auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter. Wir bieten deshalb zehn verschiedene Bausteine an. So kann sich jeder Arbeitgeber individuell das für sein Unternehmen passende Paket zusammenstellen. Zum anderen sollten Arbeitgeber aktiv über ihre bKV reden. Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen Personalzusatzleistungen im Recruiting eher zurückhaltend einsetzen. Sie nutzen sie in erster Linie zur Mitarbeiterbindung und –motivation und sehen nicht, welchen Trumpf sie damit auch beim Recruiting ausspielen könnten.

Ist die Digitalisierung für die bKV ein Thema?

Die Digitalisierung macht vor der bKV nicht halt. Das wollen wir auch gar nicht. Wir richten unsere digitalen Angebote und Services konsequent an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus. Mit der Gesundheits-App können Mitarbeiter zum Beispiel einfach und schnell ihre Arztrechnungen einreichen. Wir bieten auch eine firmenindividuelle Microsite mit allen wichtigen Informationen zur bKV. Und für die Vertriebe haben wir ein online-Verkaufssystem, in dem die Vermittler ganz bequem die Mitarbeiter per Liste anmelden können. Mit digitalen Services ist die bKV noch attraktiver für Unternehmen und Mitarbeiter.



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