Weltweit ist die Wirtschaft 2015 laut Studie um 2,5 Prozent gewachsen. Das die weltweiten Versicherungsprämien 2015 bei regional unterschiedlichen Wachstumsraten dennoch um real 3,8 Prozent zulegten, kann nicht über gemischte Aussichten für die Versicherungsbranche hinwegtäuschen, so das Fazit der Sigma-Studie von Swiss Re.

Anzeige  

 

Die Studie unterscheidet in die Sektoren Leben und Nichtleben. Dabei verzeichnete der globale Lebensektor 2015 einen Wachstumsrückgang auf 4,0 Prozent (2014: 4,3 Prozent). Betrachtet man lediglich die entwickelten Märkte, also Westeuropa, Nordamerika sowie einzelne Staaten Asiens wie Japan und Südkorea, reduzieren sich die Gesamtprämien sogar noch stärker auf 2,5 Prozent (2014: 3,8 Prozent). Für den nur leichten globalen Rückgang sind hingegen die Schwellenländern verantwortlich. Hier verdoppelte sich das Prämienwachstum im Lebensektor fast auf beinahe 12 Prozent, was durch die starke Entwicklung in den asiatischen Schwellenländern, insbesondere in China, unterstützt wurde.

Im Nichtlebengeschäft hingegen führte der Studie zufolge ein starkes Wachstum in den entwickelten Märkten Asiens und Verbesserungen in Nordamerika und Westeuropa zu einem Anstieg des weltweiten Prämienvolumens um 3,6 Prozent (2014: 2,4 Prozent).

Niedrige Zinsen setzen beide Sektoren unter Druck

«Die Zinsen und das makroökonomische und finanzielle Marktumfeld bestimmen weiterhin die Aussichten für die Versicherungsbranche», sagt Kurt Karl, Chefökonom bei Swiss Re. Da durch diese niedrigen Zinsen die Profitabilität im Lebensektor und in geringerem Masse auch im Nichtlebensektor zurück geht, werden sich die Lebensversicherer weiter auf die Verbesserung des Kapitalmanagements, auf Kostensenkungen und auf die Steigerung der Anlagerenditen konzentrieren, weiß Karl außerdem.

Kapitalisierung insgesamt gut

Die Versicherungsbranche sei nach wie vor gut kapitalisiert, heißt es in der Studie. So war der Lebensektor Ende 2015 besser kapitalisiert als 2014, was zum einen auf die soliden Ergebnisse in China zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite sind auch die Auswirkungen sinkender Zinssätze dafür verantwortlich, die eine höhere Bewertung für festverzinsliche und derivative Anlageinstrumente zur Folge hatten. Die Solvabilität, also ausreichende Mittel zur Verfügung zu haben, um Verbindlichkeiten zu begleichen, erreichte 2015 im Nichtlebensektor mit 130 Prozent ein Rekordhoch.

Die Währungsabwertungen gegenüber dem US-Dollar führen dazu, dass 2015 das Prämienvolumen in US-Dollar im Verhältnis zu laufenden Devisenmarktkursen um 4,2 Prozent zurückging. Ähnliches Szenario war in der Einzelbetrachtung der meisten Länder zu beobachten.Die Währungsabwertungen gegenüber dem US-Dollar führen dazu, dass 2015 das Prämienvolumen in US-Dollar im Verhältnis zu laufenden Devisenmarktkursen um 4,2 Prozent zurückging. Ähnliches Szenario war in der Einzelbetrachtung der meisten Länder zu beobachten.Das Prämienwachstum in Deutschland für den Nichtlebensektor hat nominal (=real + Inflation) um 2,2 Prozent zugenommen.Swiss Re Economic Research & Consulting

Die Währungsabwertungen gegenüber dem US-Dollar führen dazu, dass 2015 das Prämienvolumen in US-Dollar im Verhältnis zu laufenden Devisenmarktkursen um 4,2 Prozent zurückging.

Aussichten für 2016 gemischt

Voraussichtlich werde das Wachstum der Lebensversicherungsprämien in 2016 in den entwickelten Ländern wieder etwas zulegen, wohingegen es in den Schwellenländern dann zu einer Verlangsamung kommen dürfte, blicken die Studienmacher voraus. Dies sei auf die anhaltend starke Entwicklung in Asien zurückzuführen.

Das Wachstum in 2015 des Nichtlebensektors werde sich aufgrund der moderaten Wirtschaftsleistung und der nachgebenden Preise insbesondere in den entwickelten Märkten voraussichtlich abschwächen. Das Prämienwachstum im Nichtlebensektor der asiatischen Schwellenländer werde wahrscheinlich stark ausfallen, vor allem durch die Entwicklung Chinas. In anderen Schwellenregionen dürften die Prämien dagegen langsamer wachsen oder sogar zurückgehen.




media.swissre.com / sigma-Studie