Herr Neubauer, im vergangenen Jahr haben 2,18 Millionen Privatpersonen ihren Kfz-Anbieter gewechselt. Wie verlief die proklamierte Wechsel-Saison in 2015? Werden Anträge eher für Maklerpools oder für Versicherungsgesellschaften eingereicht?

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Lundquist Neubauer: Der Bereich Kfz-Versicherungswechsel gehört neben Strom- und Gasvergleichen zum Kerngeschäft von TopTarif. Die Abwicklung unserer Anträge findet über unsere Kooperationspartner, die Versicherungsmakler sind, statt. Die Makler arbeiten ihrerseits mit den Versicherungen und Assekuradeuren zusammen. Der Makler ist aber die erste Instanz, die den Antrag sieht.

Beim Produktangebot bleiben wir flexibel und richten uns an den Kunden aus. Wenn Internetnutzer neue Produkte nachfragen, werden wir das Angebot ausweiten. Da Personenversicherungen beratungsintensiv sind, können die Nutzer nach dem Vergleich einen Termin bei einem Experten vor Ort anfordern. Dabei handelt es sich ausschließlich um registrierte Makler.

Wie ist das Verhältnis von Neuzulassungen und Wechslern?

Der überwiegende Teil der Nutzer bei TopTarif sind Versicherungswechsler.

Wie umfangreich schätzen Sie ihr Kfz-Vergleichsangebot im Verhältnis zum Marktangebot ein? Decken Sie alle Unternehmen ab?

Falls nein, welche Unternehmen fehlen? Bei TopTarif können Autofahrer mehr als 230 Tarife von über 55 Versicherern vergleichen, um sich einen breiten Marktüberblick zu verschaffen und ein auf sie zugeschnittenes Angebot zu finden.

Auf welche Tarifmerkmale wird beim Kfz-Versicherten am meisten geachtet? Geben Sie bestimmte Empfehlungen?

Durch Vergleichsportale haben Autofahrer die Möglichkeit einen Tarif zu finden, der auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dabei empfehlen wir stets, nicht ausschließlich auf den Preis zu achten, sondern vielmehr auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses Anliegen unterstützen wir auf mehreren Ebenen – durch Ratgeber-Artikel unserer Redaktion, durch Infotexte im Wechsel-Prozess, durch unseren erfahrenen Kundenservice und letztlich durch unsere Tarif-Filter, bei denen Autofahrer die für sie wichtigen und empfehlenswerten Tarifbausteine auswählen können: Dazu zählen zum Beispiel die Mallorca-Police und der Schutz bei grober Fahrlässigkeit oder Marderschäden. „Verbraucherschutz darf im Internet nicht aufhören“, warnt BVK-Präsident Michael Heinz.

Es wird von einer katastrophalen Finanzbildung gesprochen. Können Verbraucher ihren eigenen Bedarf allumfassend überblicken?

Es gibt sehr unterschiedliche Kundentypen. Einige Verbraucher möchten eine persönliche Beratung vor Ort und finden dafür einen passenden Vermittler. Viele Verbraucher wollen sich selbst umfassend informieren und auf der Basis eines breiten Marktvergleichs eine Entscheidung treffen. Für diese Nutzer halten Vergleichsportale wie unseres das passende Angebot bereit.

Welche Qualifikation hat ihr Kundenservice? Haben diese eine Ausbildung zum Versicherungsfachmann, -kaufmann, etc.?

Die Experten in unserem Haus sind Versicherungskaufleute. Auf der Basis dieser langjährigen Expertise schulen wir die Berater im Kundenservice, die teilweise selbst bereits über Branchenerfahrung verfügen und bei Versicherungen Kunden beraten haben.

Ihr Unternehmen agiert als Versicherungsmakler und hat daher besondere gesetzliche Pflichten. Wie gehen Sie mit Melde- und Wirkungspflichten um?

Grundsätzlich gehört es zum Selbstverständnis von uns, sämtliche gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Wir stellen gleichzeitig sicher, dass auch unsere Kooperationspartner gesetzeskonform und verbraucherorientiert arbeiten. Dass sämtliche Pflichten von externen Partnern erfüllt werden, überprüfen wir in regelmäßigen Abständen. So zum Beispiel, ob die Vorgaben nach Beratungsprotokollen und die Weiterleitung der Daten an den Versicherer erfüllt werden.

Was passiert im Schadensfall? Bearbeiten Sie Schadensfälle von Kunden oder wird dies durch den Versicherer direkt übernommen?

Im Schadenfall verweisen wir den Verbraucher an den Schadenservice der Versicherer.

Wenn uns ein Verbraucher darauf hinweist, dass er Probleme mit dem Versicherer bei der Regulierung eines Schadens hat, dann setzen wir uns für ihn ein. Wir suchen das Gespräch mit dem betreffenden Anbieter im Rahmen der Möglichkeiten, die wir als Makler haben.

Wie gehen Sie mit Kunden im Schadensfall um, wenn diese beim Vertragsabschluss ihren Bedarf nicht selbst überblicken konnten - etwa bei einer fehlenden Klausel zum Verlust beruflicher Schlüssel in der PHV?

Die Vergleiche sind so aufgebaut, dass Verbraucher den passenden Tarif bereits beim Vertragsabschluss finden. Dazu leiten wir sie anhand von Filterkriterien durch den Vergleich oder bieten einen ausführlichen Leistungsvergleich mit leicht verständlichen Erklärungen.

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Die Fragen stellte Jenny Müller