Laut Unfallstatistik kommen bei Wildunfällen jedes Jahr mehr als 2.500 Bundesbürger zu Schaden. Doch selbst wenn niemand verletzt wird, bedeutet der Zusammenstoß mit einem Wildtier oft viel Ärger. Nicht selten erleidet das Auto einen Totalschaden, vom Leid der angefahrenen Tiere ganz zu schweigen. Immerhin finden jährlich 240.000 Wildtiere auf der Straße den Tod, wie der Deutsche Jagdschutzverband berichtet! Deshalb sollten Autofahrer besonders in der Herbstzeit ihre Augen offen halten.

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Waldtiere auf Wanderschaft

Warum aber ist der Herbst eine gefährliche Jahreszeit für Wildschäden? Beim Rotwild setzt die Brunftzeit ein, und so mancher verliebte Hirsch streift auf der Suche nach einer Partnerin durch Wald und Feld. Dabei macht er auch vor Landstraßen und Autobahnen nicht Halt. Andere Tiere wiederum finden nicht mehr genug zu fressen, wenn die Natur ihr Sommerkleid verliert, und so begeben sich Fuchs, Dachs und Igel auf Wanderschaft. Sogar die Zeitumstellung auf die Winterzeit wirkt sich negativ auf die Unfallzahlen aus. Viele Waldbewohner sind in der Dämmerung aktiv und streifen auf der Suche nach Nahrung umher: Genau dann, wenn im Herbst der Berufsverkehr einsetzt.

Deshalb gilt gerade in den Wintermonaten: Auto- und Motorradfahrer sollten nicht nur auf die Fahrbahn schauen, sondern auch mal einen Blick an den Fahrbahnrand werfen. Gerade an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern ist erhöhte Vorsicht geboten! Wenn das Tier schon auf der Fahrbahn steht, dann Scheinwerferlicht abblenden, kontrolliert bremsen und hupen, damit es flüchten kann. Aber Vorsicht: Ein Tier kommt selten allein, sondern meist in Familie! Hat also gerade ein Hirsch die Fahrbahn überquert, ist es wahrscheinlich, dass noch ein weiteres Tier folgt.

Ein Hirsch ist kein Eichhörnchen

Bezüglich des Versicherungsschutzes gilt: Eine Teilkaskoversicherung ersetzt in der Regel nicht jeden Wildschaden, sondern nur, wenn dieser durch Haarwild verursacht wurde. Dazu gehören unter anderem Wildschweine, Hirsche, Rehe, Dachse und Hasen. Anders sieht es hingegen aus, wenn ein Haustier, ein Eichhörnchen oder ein Vogel in den Unfall verwickelt ist. Dann ist die Teilkaskoversicherung zu keiner Schadensregulierung verpflichtet, sofern dies nicht explizit im Versicherungsvertrag steht.

Eine Vollkaskoversicherung zahlt aber ungeachtet der Unfallursache: Deshalb ist man mit einer Vollkasko auch bei Wildunfällen ideal geschützt! Schließlich soll es so manchem überraschten Autofahrer schon passiert sein, dass plötzlich eine Kuh oder ein Ochse auf der Fahrbahn stand und mit großen Augen glotzte.

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Immer die Polizei informieren!

Damit bei der Schadensregulierung keine Probleme entstehen, sollte bei einem Wildunfall auch immer die Polizei hinzugezogen werden. Die Gesetzeshüter informieren dann den Förster, der einen Schein über den Wildunfall ausstellt. Mit diesem Dokument ist man auf der sicheren Seite: Die Kfz-Versicherung muss das Papier als Beleg für den Unfallhergang akzeptieren.