Deutschlands zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse hatte im vergangenen Jahr einen Stellenabbau im großen Stil angekündigt. Bis 2018 sollen 3.500 der aktuell 16.900 Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Stellenabbau soll jedoch sozialverträglich durchgeführt werden. So hatte sich die Kasse mit der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft (ver.di) darauf geeinigt, dass Beschäftigte nicht betriebsbedingt gekündigt werden.

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Zudem plant die Krankenkasse die Schließung von Geschäftsstellen. So soll die Anzahl der Geschäftsstellen halbiert werden. „Nach Abschluss des Umbaus werden wir noch 400 Geschäftsstellen haben“, sagte Straub gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Schlanker und gleichzeitig „kundenfreundlicher, schneller und effizienter“ soll die Ersatzkasse nach dem Umbau werden: „Damit wollen wir jedes Jahr Kosten im Umfang von 250 bis 300 Millionen Euro sparen“, so der Vorstandsvorsitzende weiter.

Barmer GEK: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin & Brandenburg sind die ersten Bundesländer

Die ersten Filialen sollen bereits bis Ostern schließen. Insgesamt 35 Geschäftsstellen in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind davon betroffen. Das bestätigte ein Sprecher der Krankenkasse gegenüber dem MDR. So seien Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg die ersten Bundesländer, in denen das Sparkonzept umgesetzt würde.

Nach eigenen Angaben beschäftigte die Krankenkasse 2014 etwa 550 Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt und rund 1.050 Mitarbeiter in Sachsen. Bei den Schließungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt sei die anvisierte 20 Prozent-Quote erreicht worden. So würde ein Teil der betroffenen Mitarbeiter künftig in anderen Geschäftsstellen eingesetzt. Zudem seien Abfindungsregelungen getroffen worden.

Einsparung von voraussichtlich rund 250 Millionen Euro Verwaltungskosten

Bis Frühjahr 2016 soll die Barmer GEK in Thüringen folgen. "Welche Geschäftsstellen in diesem Zuge bestehen bleiben, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten", sagte ein Sprecher der Ersatzkasse in Thüringen: "Insgesamt wird die BARMER GEK in der modernen Organisationsform voraussichtlich rund 250 Millionen Euro Verwaltungskosten sparen." Konkrete Sparziel für einzelne Bundesländer gebe es indes nicht.

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Die Umbaumaßnahmen sind dringend notwendig, „weil der Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung in den kommenden Jahren wieder härter werden wird“, erklärte Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. Als „Kahlschlag“ will Straub den Umbau indes nicht verstehen. Immerhin habe das Unternehmen, auch nach der Radikalkur, noch 130 Geschäftsstellen mehr als Wettbewerber Techniker Krankenkasse. Im neuen Filialnetz soll es zwar weniger Geschäftsstellen, dafür aber mehr Personal und einheitlich verlängerte Öffnungszeiten geben.

Mitteldeutscher Rundfunk