Die Niedrigzinsphase schwebt wie ein Damoklesschwert über die Finanz- und Versicherungsbranche. Während die Versicherungswirtschaft, ob der niedrigen Zinsen, bereits reagiert hat und entsprechende neue Altersvorsorgemodelle am Markt platziert hat, wird es für viele Geldinstitute langsam eng.

Anzeige  

 

Kamen Sparkassen und Volksbanken recht unbescholten durch die Finanzkrise. Die aktuelle Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht den Geldhäusern jedoch mehr zu schaffen, als man glauben mag.

Sparkassen & Volksbanken macht das Einlagengschäft zu schaffen

So hängt das Wohl insbesondere bei regionalen Instituten zu großen Teilen am Zinsüberschuss. Doch die Margen werden immer kleiner. Schließlich laufen viele der gut verzinsten Geldanlagen aus und neue gewinnbringende Anlagen sind nicht in Sicht. Lediglich das Firmenkundengeschäft läuft gut und lässt den Sparkassen und Volksbanken noch Luft zum Atmen.

Derzeit haben viele Unternehmen noch Reserven aus besseren Tagen und können im Zweifelsfall mit der Stärke des Sparkassen- und Volksbankenverbunds rechnen. „Die kippen nicht gleich um wie die Fliegen“, sagte der Stuttgarter Bankenprofessor Hans-Peter Burghof gegenüber der FAZ.

Spekulationen über Durchhaltevermögen der regionalen Kreditinstitute

Dennoch wird aktuell über das Durchhaltevermögen der regionalen Kreditinstitute spekuliert. Sollte die Niedrigzinsphase bis 2018 andauern, werde es „ganz massive Probleme geben“, konstatierte Burghof. Heiko Staroßom, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen, pflichtete ihm bei: „Wenn die Zinsen zehn Jahre so bleiben, muss man sich sehr große Sorgen machen“

Anzeige  

 

Bereits in den letzten Jahren hatten die Sparkassen und Volksbanken ihr regionales Filialnetz ausgedünnt und viele kleinere Standorte eingespart. Sollten die Unternehmen keine alternativen Geschäfte finden, die das Einlagengeschäft stützen, könnte es bald ungemütlich werden. Auch Bafin-Chefin Elke König macht sich deshalb Sorgen um die Entwicklung der Sparkassen und Volksbanken. „Gerade Institute, die stark im Einlagengeschäft tätig sind, bringen die anhaltend niedrigen Zinsen in eine schwierige Lage“, sagte König. Gleichzeitig warnte die Bafin-Chefin die Gesellschaften vor unvernünftigen Entscheidungen bei der Suche nach neuen Ertragsquellen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung