Hintergrund: Ein harter Preiskampf in der Wechselsaison und zunehmender Wettbewerbsdruck durch Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox – die Kfz-Versicherung hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Hinzu kommen immer teurere Reparaturen. Denn zwar hilft eine zunehmende Automatisierung der Fahrzeuge, menschliche Fahrfehler auszugleichen und dadurch Unfälle und Schäden zu reduzieren. Kommt es jedoch zum Schaden, führt die neue Technik oft zu hohen Reparaturkosten.

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Dass unter solchen Bedingungen eine „Phase stagnierender Durchschnittsbeiträge bei strukturell weiter steigenden Schadenbedarfen“ droht, gestand immerhin der Vorstandssprecher von Deutschlands Marktführer HUK-Coburg, Klaus-Jürgen Heitmann, ein. Anders ausgedrückt: Für einen höheren Marktanteil nehmen Wettbewerber auch Verluste in Kauf. So schrieb in 2019 noch die halbe Branche rote Zahlen (Versicherungsbote berichtete).

Ausgerechnet Corona brachte die Erholung

2020 aber erholte sich die Branche ausgerechnet durch Corona – durch die Corona-Pandemie ging der Verkehr stark zurück, wodurch auch Schadenaufwendungen stark abnahmen. Das wirkte sich auf die Schaden-Kosten-Quote bzw. Combined Ratio aus: Nur noch zwei Unternehmen kamen in 2020 über 100 Prozent und konnten demnach Schadenaufwendungen und weitere Kosten nicht durch Beitragseinnahmen decken.

Die restliche Branche hingegen wirtschaftete auskömmlich. Von 99,24 Prozent auf komfortablere 91,03 Prozent sank die durchschnittliche CR des Marktes (Versicherungsbote berichtete).

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Anders aber der Sechs-Jahres-Schnitt für 2015 bis 2020, der die Probleme der letzten Jahre veranschaulicht: Hier schreiben zehn Versicherer rote Zahlen. Unter Berufung auf den aktuellen "Branchenmonitor Kfz-Versicherung 2015-2020" der V.E.R.S. Leipzig GmbH stellt Versicherungsbote betroffene Unternehmen vor.