Seit 2001 schon führen Readers Digest und der Marktforscher Dialego die Verbraucher-Umfrage "Trusted Brands" durch, welches in Deutschland die vertrauenswürdigsten Marken sind: so auch dieses Jahr wieder. 4001 Konsumenten ab 18 Jahren werden repräsentativ befragt, dabei 22 Branchen berücksichtigt: von Autoherstellern über Waschmittel bis hin zu Banken. Auf die Studie macht aktuell das Versicherungsjournal aufmerksam.

Anzeige  

 

Auch Versicherer sind erneut dabei. Den Verbrauchern werden bei der Umfrage keine konkreten Marken vorgegeben. Stattdessen sollen sie pro Branche eine Marke nennen, die sie für besonders vertrauenswürdig halten und weiterempfehlen würden. Die Umfrage fand im Dezember 2019 statt.

Allianz „Vertrauens-Champion“

Bei Versicherungsunternehmen wurden jedoch nur 3.006 Stimmen abgegeben. Dabei zeigt sich in der Spitzengruppe wenig Veränderung. Erneut wurde die Allianz vertrauensvollster Versicherer: Die Münchener konnten 19,4 Prozent aller Nennungen auf sich vereinen (Vorjahr: 19,3 Prozent). Die HUK-Coburg platzierte sich erneut auf Rang zwei, holt aber etwas auf: Sie erkämpft 18,1 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich.

Die DEVK rückt mit 4,9 Prozent aller Nennungen um drei Plätze auf Rang drei vor und lässt im Kampf um Bronze die Axa und Ergo Direkt hinter sich. Allerdings geht es hier sehr knapp zu: zwischen den Versicherern liegt nur jeweils ein Prozentpunkt. So erzielt die Axa 4,8 Prozent aller abgegebenen Stimmen und die Ergo Direkt 4,7 Prozent.

Andere Branchen: VW und Sparkasse auf Rang 1

Dass Skandale das Vertrauen in Marken nicht immer erschüttern, zeigen andere Branchensieger. VW wird mit Abstand als vertrauenswürdigster Autobauer Deutschlands angesehen: mit rund 16 Prozent aller Nennungen. An zweiter Stelle platziert sich Mercedes mit 11 Prozent aller Nennungen. Auf Rang 1 landet also jener Hersteller, der mit gefälschten Abgaswerten jahrelang für Aufsehen sorgte und zehntausende Kundinnen und Kunden in zermürbende Rechtsstreite verwickelte, ohne ein Entgegenkommen zu zeigen.

Nun könnte man den Erfolg von VW damit begründen, dass sich die Wolfsburger mit den Verbraucherzentralen auf einen Vergleich geeinigt haben und betroffene Dieselfahrer entschädigen wollen. Doch die Umfrage fand vor dem Vergleich statt. Und VW ist seit Jahren Sieger im „Trusted Brands“-Ranking: Der Dieselskandal konnte demnach die Marke angeblich nicht beschädigen. Auch auf dem Höhepunkt des Skandals 2016 und 2017 räumte VW die begehrte Auszeichnung ab.

Auch bei den Banken setzte sich ein Dienstleister durch, der mehrfach den Unmut von Verbraucherschützern auf sich zog und für negative Schlagzeilen sorgte: die Sparkassen. Nicht nur setzten die Institute hunderttausende Kundinnen und Kunden mit hochverzinsten Altverträgen vor die Tür (der Versicherungsbote berichtete). Sie sorgten in den letzten Monaten auch mit mutmaßlich zu niedrig berechneten Zinsen in Prämiensparverträgen für Aufsehen, so dass sich sogar Politik und Finanzaufsicht BaFin einschalteten. Soeben musste die Sparkasse Leipzig eine Niederlage bei einer Musterfeststellungsklage vor dem Oberlandesgericht Dresden einstecken (der Versicherungsbote berichtete).

Anzeige  

 

Qualität wichtigstes Kriterium

Wichtigstes Kriterium für das Markenvertrauen sei in erster Linie die Leistung „Qualität“, wie Reader’s Digest zur Studie mitteilte. Rund drei von vier Befragten sehen diese Dimension an erster oder zweiter Stelle. Danach folgt das Preis-Leistungs-Verhältnis (50 Prozent) und die Befriedigung von Kundenerwartung und -bedürfnis (40 Prozent Zustimmung).