Die Antwort in Kurzform

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MarKo Petersohn

MarKo Petersohn berät und unterstützt mit seinem Unternehmen „As im Ärmel“ Versicherungen und Vermittler bei ihrer Kommunikation in den neuen Medien. Zusätzlich verfasst er Branchenstudien und ist als Veranstalter des Veranstalter des Online Marketing Bootcamp 2019 aktiv. Außerdem besitzt der Magister der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft seit 2015 einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“. Auf Twitter agiert er als @asimaermel.

Unabhängig von der Plattform müssen Sie sich vergegenwärtigen, dass jegliche Inhalte Sie repräsentieren. Deswegen fragen Sie sich bei jedem Posting, Tweet, Bild, Video etc. „Wenn eine Person, die weder Kunde noch Fan von mir ist, nur diesen Inhalt von mir sieht, erhält Sie dann den Eindruck, den ich bei potenziellen Kunden vermitteln möchte?“ Ist die Antwort „nein“, dann sollten Sie sich den Beitrag noch einmal überlegen, denn wie Sie wissen erhält man nie eine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Die Antwort in Langform

„Content is King“ ist leider mittlerweile zur Floskel verkommen. Dabei sind Inhalte tatsächlich die Basis jeglicher Kommunikation und das nicht erst seit es Social Media gibt. Mittlerweile wird es nur immer mehr Marken und Menschen bewusst. Denn jede Person und Marke wird online einzig und allein über die kommunizierten Inhalte wahrgenommen. Ob dies in Form von Texten, Fotos, Videos, Audios, Stories etc. geschieht, ist dabei egal, denn das sind Formate, welche den Kern Ihrer Aussage in die entsprechende Form verpacken. Die Inhaltsfrage muss unabhängig von Formaten, Medien und Kanälen beantwortet werden. Dies ist das erste, was Sie sich bewusst machen müssen!

Niemand wartet auf Ihre Inhalte. Fast niemand sieht sie.

Das zweite ist die Tatsache, dass wir seit geraumer Zeit im so genannten „Content Schock“ leben. Dieses Phänomen ist in Fachkreisen seit 2014 bekannt. Es bedeutet, dass die Menge der Inhalte, welche um die Aufmerksamkeit der Konsumenten konkurrieren exponentiell ansteigt. Im gleichen Maß sinkt logischer Weise die durchschnittliche Aufmerksamkeit pro Inhalt. Mit anderen Worten, alle Menschen und Marken posten immer mehr und damit erzielt jedes einzelne Posting immer weniger Aufmerksamkeit. Im Privatleben führt dies vielleicht zu Unmut und Irritationen. In der professionellen Kommunikation führt dies allerdings zum Verlust von barem Geld. Denn je weniger Personen die eigenen Inhalte sehen, umso wenig Effekt erzielt das so genannte Content Marketing.

Der dritte relevante Faktor um die Frage nach den richtigen Inhalten fundiert beantworten zu können, sind die Algorithmen der Soczialen Netzwerke. Sie müssen bedenken, dass bspw. die durchschnittliche Anzahl an Facebook-Freunden bei 338 liegt. Dazu kommen ca. 150 Fanseiten. Wenn nur jeder davon nur 1 Posting pro Tag veröffentlicht (und wir wissen, dass das bei vielen Fanseiten und Freunden nicht reicht!), dann wären wir bei 488 Postings pro Tag. Was viel zu viel Inhalte sind. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Nutzer mittlerweile nur noch durchschnittlich 20 Minuten pro Tag auf Facebook aktiv sind.

Um dieser Flut an Inhalten Her zu werden und Nutzern die relevantesten Postings anzuzeigen, verwenden Soziale Netzwerke Algorithmen. Diese entscheiden darüber welche Inhalte (und welche Werbeanzeigen) den Nutzern im Newsfeed angezeigt werden.

Viel hilft nicht viel!

Nun kann man natürlich darüber nachdenken mehr Inhalte zu veröffentlichen, um die Chance zu erhören angezeigt zu werden. Denn Aktualität ist Faktoren im Relevanzscore der Algorithmen. Allerdings nicht der einzige. Zwar raten viele selbsternannte Experten gern dazu möglichst viel zu posten, um damit den ganzen Tag aktuelle Inhalte zu bieten und die Nutzer, egal wann sie auf Facebook sind zu erreichen. Nur ist das eine Milchmädchenrechnung. Denn so funktionieren die Algorithmen nicht.

Der Algorithmus zeigt nicht das Posting den ersten 10% ihren Fans und Followern an und das zweite Posting den nächsten 10%. Es ist vielmehr so, dass das zweite Posting den Leuten angezeigt wird, die auch auf das erste reagierten plus einigen wenigen die beim ersten Posting nicht online waren und denen der Algorithmus eigentlich das erste Posting angezeigt hätte, aber nun aus Aktualitätsgründen lieber das zweite anzeigt.

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Wenn Sie bspw. 5 Postings am Tag veröffentlichen, dann erreichen Sie somit auf organischem Wege (also ohne Werbung) auf Facebook 5x die gleichen 1,5 Prozent plus zwei, drei weitere Fans. Insgesamt erreichen Sie somit vielleicht 2%. Mit einem Posting hingegen die „normalen“ durchschnittlichen 3 bis 5 %. Bevor Sie fragen. Ja, die organische Reichweite ist tatsächlich nicht höher, sondern eher sogar geringer und sie wird weiter sinken.