Immer mehr Deutsche werden berufsunfähig. Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird damit zunehmend zu einem der wichtigsten Versicherungsprodukte für Verbraucher, Vermittler und Versicherer. Rund 15 Millionen BU-Verträge hält die Branche inzwischen in ihren Beständen. Stark gestiegen sind in den letzten Jahren die anerkannten Leistungsfälle. In der Fünfjahresbetrachtung stiegen sie von 34.000 auf 42.000 Fälle pro Jahr. Damit sind die Leistungsfälle im Branchenschnitt innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen. Eine Herausforderung für die BU-Anbieter, vor allem ihre Prozesse und Services weiter zu optimieren.

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BU-Versicherungen bieten mehr Serviceorientierung

Im Zentrum des Wettbewerbs stehen nicht mehr die BU-Bedingungen; der Preiskampf werde weiterhin über die Berufsgruppen-Einstufung geführt, doch entscheidender seien eine gute Bestandsführung sowie Services im Bereich des Antragsprozesses und im Leistungsfall, so die Analysten von Morgen&Morgen. Im Rahmen des M&M-Ratings wurde die Kompetenz der BU-Versicherer geprüft. Von 75 untersuchten Versicherungsgesellschaften zeichnen sich hierbei 22 Versicherer als besonders kompetent aus.

3/4 der BU-Anträge werden problemlos angenommen

Neue Services und Tools, die eine Risikoeinschätzung direkt im Verkaufsgespräch ermöglichen, machen den Antragsprozess für alle Beteiligten einfacher und sicherer. Auch das sogenannte Tele-Underwriting, das eine telefonische Beantwortung der Gesundheitsfragen direkt bei der Antragsstellung ermöglicht, macht vieles leichter. Einige Versicherer bieten sogenannte Quick-Checks an, die für einen konkreten Fall Auskunft über die Annahme bei bestehenden Vorerkrankungen geben. Bei Maklern besonders beliebt, da somit kein namentlicher Eintrag des Kunden im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS) landet. Nach wie vor werden über 75 Prozent der BU-Anträge ohne Erschwernisse angenommen.

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Weniger vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen

Der Antragsprozess scheint zunehmend auch im Hinblick auf das Risiko der Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht optimiert zu sein. In weniger als zehn Prozent der beantragten Leistungsfälle gilt die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht als Ablehnungsgrund. 2008 waren es noch 15 Prozent. Damit ist die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht von Platz drei auf Platz fünf im „Ranking“ der Ablehnungsgründe gerutscht. Hauptablehnungsgrund ist nach wie vor die fehlende Reaktion des Kunden im Rahmen der Leistungsfallbeantragung.