Weltweites Katastrophengeschäft

Im weltweiten Katastrophengeschäft sind die Auswirkungen der schweren Großschäden des Vorjahres nach wie vor spürbar. Sowohl zum 1. Januar als auch zu den Vertragserneuerungsrunden im April und Juni/Juli konnten Rückversicherer weitere, zum Teil deutliche, Preiserhöhungen erzielen. Es ist jedoch zu beobachten, dass sich die Schwungkraft der Ratenerhöhungen, nicht zuletzt aufgrund einer moderaten Großschadenbelastung im Jahr 2012, langsam abschwächt. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Preise für Naturkatastrophen auch zukünftig auf hohem Niveau liegen werden.

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Nordamerika: In den Erneuerungen im Juni/Juli kam es nochmals zu leichten Ratenerhöhungen, wenngleich nicht so ausgeprägt wie noch zu Beginn des Jahres. Die Preisanstiege waren nicht zuletzt bedingt durch die erwähnten Anpassungen der Naturkatastrophenmodelle. Für das Jahr 2013 wird eine kontinuierlich steigende Nachfrage für Naturkatastrophendeckungen erwartet; auch bei geringen Großschäden in der zweiten Jahreshälfte sollten weitere moderate Preisanstiege möglich sein.

Europa: Für das kommende Jahr wird mit einer zunehmenden Nachfrage gerechnet. Treiber hierfür sind sowohl die gestiegenen Eigenkapitalanforderungen im Rahmen von Solvency II und auch hier die Naturkatastrophenmodellanpassungen. Nicht zuletzt aufgrund der moderaten Großschadensituation sind die Preise hier risikotechnisch nicht mehr ausreichend. Daher wird es notwendig sein, selektive Preiserhöhungen durchzusetzen.

Japan: Erwartungsgemäß konnten hier angesichts des verheerenden Erdbebens im März 2011 nochmals deutliche Preissteigerungen und verbesserte Bedingungen für Erdbeben- und Taifundeckungen durchgesetzt werden. Das hohe Preisniveau sollte auch im kommenden Jahr gehalten werden; einzelne Programme dürften weitere Ratenerhöhungen erfahren.

Australien/Neuseeland: In den unterjährigen Erneuerungen konnten wiederholt kräftige Ratenerhöhungen, insbesondere für schadenbetroffene Programme, verbucht werden. Auch 2013 sollte die positive Preisentwicklung anhalten und es ist mindestens von stabilen Rückversicherungspreisen auszugehen.

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Non-Peak Areas (Regionen mit geringerem Großschadenpotenzial): Die schweren Überschwemmungen in Thailand haben in kleineren Märkten einzelner asiatischer Länder zu einem stärkeren Risikobewusstsein bei den Rückversicherern geführt. Hieraus ergibt sich ein Trend zu entsprechenden Preiserhöhungen.