Sofern ein Arbeitnehmer im Auftrag seines Arbeitgebers im Ausland arbeitet oder bei einer ausländischen Tochtergesellschaft eingesetzt wird, kommt es bei der Absicherung im Krankheitsfall wie so oft auf den individuellen Fall und auf das Land an. Dem Grundsatz nach, ruht der Anspruch auf Krankengeld im Krankheitsfall, wenn sich Beschäftigte im Ausland aufhalten (§ 16 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).

Anzeige

Hintergrund ist, dass sich für gewöhnlich schwer nachprüfen lässt, ob ein Beschäftigter tatsächlich erkrankt ist, wenn er sich nicht in Deutschland aufhält. Es gibt aber eine Ausnahme: Wer auf Weisung seines Arbeitgebers im Ausland arbeitet, der hat grundsätzlich weiterhin Anspruch auf Krankengeld. Das regeln § 17 Abs.1 SGB V und die EU sowie sogenannte Abkommensnormen. Diese besagen unter anderem, dass Auslandsbeschäftigte, die Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind, die ihm zustehenden Leistungen bei Krankheit vom Arbeitgeber erstattet bekommen müssen.

Kein Anspruch im vertragslosen Ausland

Diese Regelung greift allerdings nur dann, wenn Expats weiter im deutschen Sozialversicherungssystem – und speziell in der deutschen GKV verbleiben. Die Voraussetzungen dafür sind komplex, aber vereinfacht lässt sich sagen, dass die Zahlung des Krankengeldes durch die Krankenkasse immer dann erfolgen kann, wenn Expats in der EU oder in einem Land beschäftigt sind, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat (beispielsweise Türkei oder Tunesien), das sich auch auf die Krankenversicherung erstreckt. Damit Versicherte einen Krankengeldanspruch geltend machen können, müssen jedoch auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein: zum Beispiel rechtzeitige ärztliche Attestierung und rechtzeitiger Nachweis gegenüber der Krankenkasse.

Anzeige

Befinden sich Expats im sogenannten vertragslosen Ausland und die deutsche Sozialversicherung strahlt nicht auf das Gastland aus (das ist meistens der Fall), dann kann dies tatsächlich dazu führen, dass der Anspruch auf Krankentagegeld entsprechend § 16 Abs. 1 Nr. 1 SGB V ruht. Dann sind Arbeitgeber verpflichtet, für eine alternative Absicherung zu sorgen für den Fall, dass ein Arbeitnehmer im Ausland länger als sechs Wochen krank wird. Der Expat ist dann nämlich aus dem Krankengeldsystem „herausgefallen“. Und genau hier ist eine private Krankentagegeldversicherung für Expats sinnvoll und gefordert. Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes und der Tatsache, dass der Expat während seiner Auslandsbeschäftigung nicht schlechter gestellt werden darf als seine Kollegen im Inland, sind Unternehmen sogar dazu verpflichtet.

Seite 1/2/3/