Dass die Corona-Pandemie auch eine Umstellung der Arbeitsweise verlangt hat, bejahten über 20 Prozent vollumfänglich, rund 38 Prozent stimmten dem eher zu und rund 27 Prozent antworteten mit "teils, teils". Lediglich 15 Prozent der befragten 1.160 Vermittler gaben zu Protokoll, die sie ihre Arbeitsweise infolge der Pandemie nicht umstellen mussten.

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Indirekte Folgen für den Vertrieb

Insgesamt ist die Vermittlerbranche zwar von der Coronakrise betroffen - aber weniger stark als andere Branchen, etwa Tourismus und Gastronomie. Versicherungsvermittler können auch im Homeoffice arbeiten und dort den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden suchen bzw. aufrecht erhalten. Zudem brechen die Einnahmen nicht komplett weg, da sie auch Bestandsprovisionen erhalten.

Doch auch Teile der Kundschaft leiden an den finanziellen Folgen der Coronakrise: Es gibt Indizien, dass viele ihre Altersvorsorge abstoßen und reduzieren, um an Geld zu kommen. Laut BVK seien die Lebensversicherung und die betriebliche Altersvorsorge stark vom Umsatzrückgang betroffen: im April verzeichneten 90 Prozent der Umfrage-Teilnehmer Rückgänge in den Sparten Leben.

Der BVK verweist in seiner Verbandszeitschrift auf eine weitere Umfrage von Simon-Kucher & Partners, die sich auf den gesamten D-A-CH-Raum bezieht. Sie zeigt, dass es in der Neukunden-Akquise für die Vermittler weiterhin schwierig bleibt. Demnach beurteilten noch im Juni 95 Prozent der Befragten die Neukundenansprache seit Beginn der Corona-Krise als „schwierig“, 5 Prozent als zumindest „eher schwierig“. Auch die Bestandskundenpflege gestalte sich für 55 Prozent als „schwierig“, für 15 Prozent als „eher schwierig“.