Externe Angreifer wie Ping An haben mit Datenschutzproblemen und kulturellen Vorbehalten zu kämpfen oder müssen wie im Fall von Amazon eine legendäre Flopliste überwinden. Der Traum vom Monopol ist damit längst kein Selbstläufer, das haben wir bereits gezeigt. Erfolgreiche Angriffe von innen durch Megaplattformen kommen wohl erst gegen Ende des Jahrzehnts und selbst für eine vor Kraft strotzende Allianz scheint der exklusive Marktzugang nicht realistisch. Die Nähe zum Kunden bringt für Großmakler letztendlich viel Marktmacht, aber letztlich kein Monopol. Werden stattdessen die Banken die Versicherungsbranche kapern, indem sie die Idee der Bancassurance wiederbeleben?

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Philipp Kanschik

Dr. Philipp Kanschik ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Policen Direkt und dort verantwortlich für Technologieentwicklung und Maklernachfolge.

Das Szenario

Der Traum von der Allfinanz wird schon lange geträumt und geht ungefähr so: für Bank- und Versicherungsdienstleistungen gehen Kunden heute zu verschiedenen Anbietern. Inhaltlich ist das eigentlich nur begrenzt sinnvoll, denn für beide Bereiche ist die integrierte Betrachtung der finanziellen Situation eines Haushalts entscheidend. Was liegt also näher als beide Bereiche zusammenzuführen und aus einer Hand anzubieten?

Entsprechend nehmen immer mehr Banken und Insurtechs die Sache in die Hand und verschmelzen ihre Plattformen. Auch der aktuelle InsurTech-Radar sieht hier die Banken durchaus in bester Ausgangsposition. Für die Institute hat das den schönen Effekt, dass so Verluste aus dem Kerngeschäft kompensiert werden können, nach dem Motto: Bestandscourtagen statt Kontoführungsgebühren.

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Für die Kunden ist es sowieso bequemer, ihre Versicherungsverträge über die eigene Bank zu verwalten. Die Makler werden in diesem Szenario dadurch überflüssig, die Versicherer werden zu austauschbaren Zulieferern der Banken.