Was machst du morgens als Erstes, wenn du ins Büro kommst?

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In der Regel beginnt mein Arbeitstag für andsafe mit einem kurzen Besuch im Supermarkt. Dort stocke ich unseren bürointernen Obst- und Süßwarenvorrat auf. Mit Rucksack und Einkaufskorb bepackt, stiefele ich zunächst in die Küche, schaffe kurz ein wenig Ordnung und fülle anschließend die Süßigkeiten- und Obstteller auf.

Im Anschluss suche ich mir einen Arbeitsplatz, da unser Büro nach dem Konzept des Desksharing aufgebaut ist. Sprich, ich habe keinen festen Platz, sondern schaue wo gerade etwas frei ist. Laptop auf: Mails durchgehen, lesen, die wichtigen beantworten, Blick in das Dashboard, Termine sichten und dann startet meistens schon das erste Meeting.

Einige Versicherer sind ebenfalls mit digitalen Neugründungen auf dem Markt. Diese reichen von digitalen „Vertriebsarmen“, wie z. B. Adam Riese oder Wilhelm bis hin zu Digitalversicherern, wie z. B. Friday. Was waren eure Beweggründe, einen Digitalversicherer und nicht „nur“ einen digitalen Vermittler zu gründen?

Mit Gründung eines digitalen Versicherers hat der Provinzial NordWest Konzern sein Angebot für eine hybride, voll digitale und besonders preissensitive Zielgruppe erweitert. Kunden, die auf traditionellen Wegen und mit klassischen Produkten nicht oder nur schwer zu erreichen sind. Im Frühjahr 2018 wurden bei der Provinzial NordWest verschiedene digitale Geschäftsmodelle geprüft: Wir haben uns dann für die Fokussierung auf ein Kundensegment entschieden, in dem wir Vorreiter sein können bzw. es bislang noch nicht allzu viele Markteintritte gab. Die Anforderungen sind hier zwar komplexer, da mehrere hundert unterschiedliche Gewerbearten vom Produkt bis zur IT zu berücksichtigen sind, trotzdem hat sich andsafe rasch Alleinstellungsmerkmale und den gewünschten Entwicklungsvorsprung erarbeitet.

Die Entscheidung für einen eigenen Risikoträger ermöglicht uns, die notwendige Umsetzungsgeschwindigkeit aufzunehmen, um in agilen Prozessen digitale Produkte zu konzipieren. Die Vermittlungsgesellschaft würde bedeuten, dass wir Abhängigkeiten zu den Risikoträgern aufbauen. Diese hätten uns wahrscheinlich langsamer und unflexibler gemacht. Zusätzliche Schnittstellen bedeuten zusätzlichen Abstimmungsbedarf. Als eigener Risikoträger konnten wir unsere IT-Infrastruktur so gestalten, dass sie unsere digitalen Prozesse vollumfänglich unterstützt und wir die nötige Geschwindigkeit bieten können.

In der Zwischenzeit ist eine digitale Versicherungsplattform entstanden, die in einzigartiger Weise klassische und digitale Vertriebskanäle zusammenbringt. Von den Ausschließlichkeitsvertrieben des Provinzial NordWest Konzerns über Sparkassen und Maklern bis hin zu Vergleichern wie z. B. Thinksurance sowie Aggregatoren wie Gewerbeversicherung24, FinanzChef24, Verivox oder FinanzScout24 wird alles vernetzt. Ausgehend von simplen, intuitiven Antrags- und Schadenstrecken sowie Portalen auf andsafe.de werden ebenso bequeme Einbindungen bzw. Anbindungen von Intermediären und Vertriebspartnern über BiPro-Schnittstellen und Vermittlerportale bereitgestellt. Sämtliche Oberflächen und Dokumente sind whitelabel-fähig gestaltet und bieten andsafe Produkte unter den Marken der Schwestergesellschaften sowie unter eigenem Label an.

Als aktiver Digitalversicherer besitzt andsafe eine BaFin-Lizenz. Wie bewertest du das aktuelle regulatorische Umfeld in Deutschland? Welche Änderungen würdest du begrüßen, damit auch in Deutschland ein besseres Umfeld für die Gründerszene vorherrscht? Inwiefern hat es euch geholfen, einen namhaften Versicherer im Rücken zu haben?

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Durch die jahrelange Erfahrung und das Know-how des Mutterkonzerns konnte andsafe überhaupt erst in dieser Geschwindigkeit entstehen. Bei bestimmten Schlüsselfunktionen steht man uns weiterhin im Konzern mit Rat und Tat zur Seite. Trotzdem es aufgrund unterschiedlicher Faktoren, wie z. B. unserer umfänglichen Cloud-Nutzung schon arbeitsintensiv war, die BaFin-Lizenz zu erhalten, und es einen guten Teil unserer Arbeit ausmacht, regulatorische Anforderungen angemessen zu erfüllen, muss man auch anerkennen, in welch kurzer Zeit die Aufsicht geliefert hat. Wir hatten in den letzten zehn Jahren mehr Neueintritte in den Markt als in den Jahrzehnten zuvor. Vor diesem Hintergrund, kann man nicht wirklich sagen, dass das regulatorische Umfeld den Marktzugang wesentlich behindert.