Im Juni 2019 hatte sich CDU-Politiker Friedrich Merz für eine verpflichtende private Altersvorsorge ausgesprochen. Es müsse eine „neue Kultur des Aktiensparens“ geben, positioniert sich der stellvertretende Präsident des CDU-Wirtschaftsrates in einem Gastkommentar für „Die Zeit“. Dabei hat der Politiker vor allem die niedrige Zahl privater Aktionäre im Blick.

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Einen anderen Ansatz das Rentenproblem zu lösen, kam vom Sozialflügel der Union. So forderte Karl-Josef Laumann die betriebliche Altersvorsorge für alle abhängig Beschäftigten gesetzlich vorzuschreiben. „Es sollte eine Pflicht zur Betriebsrente geben“, sagte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der „Rheinischen Post“

„Mit dem Modell der Riester-Rente sind wir in eine Sackgasse geraten. Ich bin der Meinung, dass wir bei der privaten Vorsorge ein Obligatorium brauchen“, positioniert sich Naumann. Gerade kleine und tariflich nicht gebundene Betriebe bieten ihren Mitarbeitern aktuell kaum Betriebsrenten an: Laut einer Studie im Auftrag der Bundesregierung sorgt hier nicht einmal jeder dritte Beschäftigte betrieblich vor.

DIA

Die Idee einer verpflichtenden Vorsorge fürs Alter finden aber nicht alle Deutschen gut. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Demnach lehnten 47 Prozent der Bundesbürger eine ergänzende Pflichtvorsorge fürs Alter ab. Nur 30 Prozent seien nicht generell dagegen. Weitere 17 Prozent hätten zu diesem Theme keine Meinung.

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Wenn es darum geht, für welchen Personenkreis eine Pflicht-Altersvorsorge gelten möge, wird es interessant. Wenn die verpflichtende Altersvorsorge kommt, sollte dies möglichst auch für Personen gelten, die nicht sozialversicherungspflichtig sind. Zu diesem Kreis zählen zum Beispiel Beamte und Selbstständige. Immerhin 58 Prozent der Befragten sprachen sich, unter dieser Vorraussetzung, für eine Betriebsrentenpflicht aus. Vor allem Ältere würden diese Auffassung vertreten. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Gruppe der ab 65-Jährigen habe diese Forderung erhoben. Unter den 18- bis 24-Jährigen seien es mit 34 Prozent dagegen nur halb so viele.