Der Weg in Richtung Finanz-Plattform kommt nicht ganz überraschend. Denn erst im Mai hatte der Münchener Versicherer das Vergleichsportal Finanzen.de gekauft. Das Unternehmen agiert als Versicherungsmakler und Leadverkäufer soll vorerst wertvolle Kundenkontakte liefern. Auch über eine Anbindung von Finanzen.de an den neuen europäischen Onlineversicherer war spekuliert worden. Allianz Direct, der neue Direktversicherer der Allianz, soll 2019 mit Kfz-Versicherungen an den Markt gehen. Doch nun könnte das Vergleichsportal sogar in der neuen Plattform aufgehen.

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Sicherheit mit Hackers Hilfe

Auch konnte ein beeindruckendes Führungsteam für die Umsetzung gewonnen werden. Neben Allianz-Manager Tobias Tschiersky wechselt Arnold Brunner vom Legaltech Aboalarm zu der Münchener Fintech-Schmiede des Konzerns. Hinzu kommt Vincent Haupert, Sicherheitsexperte an der Uni Erlangen-Nürnberg. Mit beiden Experten holt sich Deutschlands größter Versicherer nicht nur eine fundierte Expertise ins Haus, sondern zudem die alternative Aura der Fintech- und Gründerszene.

Brunner war für ein junges Unternehmen tätig, das Kunden half, unliebsame Abos loszuwerden. Fast noch spektakulärer aber wirkt der Clou der Allianz, Haupert für die Führungsriege zu gewinnen. Haupert wurde durch spektakuläre Hacks bekannt, durch die er Lücken in der Sicherheitsarchitektur von Sparkassen und Banken aufzeigte. So hackte er unter anderem bei N26 – einer durch hohe Investitionen verschiedener Unternehmen gestützten Direktbank. An der Finanzierung von N26 beteiligte sich auch die Allianz (der Versicherungsbote berichtete).

Müssen Vermittler „Iconic Finance“ fürchten?

Was aber haben Vermittler von „Iconic Finance“ zu erwarten? Müssen sie zum Beispiel befürchten, dass sich die Allianz mit ihrem Plattform-Allrounder einen Betriebskanal aufbaut, der Vermittlern ein wichtiges Geschäft untergräbt? Dass solche Überlegungen nicht gänzlich unbegründet sind, zeigt ein Passus im Textbeitrag der „Gründerszene.

So dürfe die Allianz „bei der Arbeit an dem Portal“ sich nicht „seine eigenen Versicherungsmakler vergraulen“, wie das Gründerportal formuliert. Aus diesem Grund wäre das Unternehmen „gerade auf Roadshow“, um „für das Projekt zu werben“.

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Mit welchen Argumenten aber bewirbt die Allianz das Projek bei den Maklern? Und warum sieht sich der Konzern überhaupt dazu veranlasst, durch eine „Roadshow“ möglichen Befürchtungen der Makler vorzugreifen? Der Versicherungsbote wird sich um weitere Informationen bemühen.