Zu dem jetzt gemeldeten Konzernüberschuss nach Steuern von 235 Millionen Euro kommentiert die W&W-Gruppe, damit sei der Prognosewert von mindestens 220 Millionen Euro „gut erreicht“ worden.Ja, im Effekt ist er übertroffen. Dennoch bleibt die Gruppe „planmäßig“ unter ihrem „Rekordergebnis“ des Vorjahres 2015 von 274 Millionen Euro. Warum, und warum planmäßig? Das begründet das Unternehmen in seinem Pressetext nicht.

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W&W mit Minus beim Überschuss, Allianz, Axa und Generali im Plus

Insoweit ist auch unklar, was der seit diesem Januar amtierende W&W-Chef Jürgen A. Junker genau meint, wenn er sagt, „die Ergebnisse des Jahres 2016 können sich angesichts anhaltend niedriger Zinsen, veränderter Kundenanforderungen und stetig wachsender Regulatorik mehr als sehen lassen“. Neben der Regulatorik-Rhetorik: Dies angesichts von rund 40 Millionen weniger Konzernüberschuss. Zum Vergleich: Allianz und Axa und auch Generali legten im Jahr 2016 zu.

Den größten Ergebnisbeitrag brachten der W&W-Gruppe den Angaben zufolge die Schaden- und Unfallsparten mit 108,3 Millionen Euro (2015: 114,9 Millionen Euro). 2016 sei die Brutto-Schaden-/Kostenquote auf 90,1 Prozent gesunken (2015: 92,1 Prozent). Die Bruttobeiträge dieser Sparten stiegen um 2,4 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Dies mit einem Neugeschäft von 207,9 Millionen Euro knapp über Vorjahresniveau. Auch sank die Schaden-/Kostenquote Komposit, und das ist positiv, um ganze zwei Prozentpunkte auf jetzt 90,1 Prozent.

W&W-Leben-Umsatz sinkt um 3,5 Prozent

Das Finanzergebnis lag, „bedingt durch das Niedrigzinsumfeld“, so die W&W-Gruppe, mit 1,82 Milliarden unter dem Vorjahreswert von 2,03 Milliarden Euro; ein Minus von 11,5 Prozent. In der Leben-Sparte sanken die Beiträge um 3,5 Prozent auf rund 2,10 Milliarden Euro. Das Minus ist auf das rückläufige Neugeschäft im allgemein schrumpfenden Markt sowie auf Abläufe im Bestand zurückzuführen. Dem entgegen stehen beispielsweise Ergebnisse der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), ebenfalls für das Jahr 2016, die kürzlich ein Wachstum in der Lebensparte von gut 13 Prozent meldete (der Versicherungsbote berichtete).

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In der Krankenversicherung stiegen Beiträge 2016 um mehr als 9 Prozent auf gut 216 Millionen Euro. Bei der Bausparkasse Wüstenrot meldet die W&W-Gruppe ein stagnierendes Neugeschäft mit 13,6 Milliarden Euro Umsatz (2015: 14,1 Milliarden oder ein Minus von 3,55 Prozent). Auch Baukredite sanken auf knapp 5,4 Milliarden Euro an vermittelten Krediten (minus 1,6 Prozent). Dies sei geringer als der Branchentrend, der ein Minus von 4 Prozent verzeichne, meldet die W&W und verfolgt für die Zukunft „digitale Ansätze, in die wir in den kommenden drei Jahren rund 100 Millionen Euro investieren möchten.“ Ziel sei es, die Gruppe „als moderne Plattform rund um die Themen Vorsorge, Wohnen und Vermögensbildung zu etablieren“.