SEPA wird somit erst zum 1. August für alle am Zahlungsverkehr im Europäischen Raum Beteiligte Pflicht, das berichtet heute die Online-Ausgabe der Tagesschau. Den Vorschlag hatte die Europäische Kommission zwar schon am 9. Januar erteilt, offen war jedoch noch deren Verabschiedung. Es war bereits schon von einer rückwirkenden Verabschiedung die Rede, sollte keine Einigkeit vor dem ursprünglichen Termin am 1. Februar erzielt werden.

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So war die angekündigte Verschiebung zwar eine Erleichterung für alle Unternehmen, die mit der Umstellung noch im Verzug sind, aber es war nicht die Unsicherheit genommen, ob eine Verschiebung auch tatsächlich stattfindet. Mit dem neuen Zahlungssystem sollen länderübergreifende Zahlungen im Europäischen Zahlungsraum vereinfacht werden. In Deutschland wird deshalb die alte Kontonummer und Bankleitzahl durch IBAN und BIC ersetzt. Später soll dann nur noch die IBAN als eindeutige Angabe der Kontoverbindung ausreichen.

Neben der Vereinheitlichung der Bankverbindung wurde auch der Verbraucherschutz berücksichtigt. Eine Lastschrift kann zukünftig leichter widerrufen werden, und durch die Einführung von GläubigerID und Mandatsreferenz soll es Kriminellen schwerer fallen, unerlaubt Gelder einzuziehen. Kann der Einziehende kein unterschriebenes Mandat vorweisen, dann können Kunden einer Lastschrift dann bis zu 12 Monaten widersprechen. Ohne Angabe eines Grundes ist bei gültigen Mandatsreferenzen ein Widerspruch für bis zu 8 Wochen möglich.

Die Deutsche Bundesbank sieht jedoch die Fristverlängerung bis zum 1. August kritisch. Viele Unternehmen haben bereits erhebliche Aufwände investiert, um den Termin 1. Februar einzuhalten. Jetzt müssen sich die Unternehmen kurzfristig darauf einstellen, dass die SEPA-Einführung zum 1. Februar nicht für alle Marktteilnehmer verbindlich wird. Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank kommentiert die Fristverlängerung mit den Worten "Ich appelliere an alle Marktteilnehmer, ihre SEPA-Projekte konsequent fortzusetzen und an einer Umstellung zum 1. Februar 2014 festzuhalten".

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