Im Auftrag der SBK hatte das Meinungsforschungsinstitut forsa über 1.000 Deutsche zur Rolle von Wettbewerb und Kartellrecht allgemein und speziell bei den gesetzlichen Krankenkassen befragt. Dabei äußerten sich die Deutschen unentschieden darüber, ob die Bürger bei der Gestaltung einer funktionierenden Wettbewerbsordnung mitentscheiden wollen und sollen. 48 Prozent der Bundesbürger meinen, das Kartell- und Wettbewerbsrecht sei ein Bereich, bei dem die Bürger möglichst viel mitentscheiden sollten. Ebenso viele meinen, dass dies sei kein Thema für alle Bürger sei und die Politik sich darum mit Hilfe von Fachexperten kümmern sollte.

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Ganz anders das Ergebnis, wenn man die Befragten nach ihrer Partei-Anhängerschaft trennt. 69 Prozent der Piraten-Anhänger sind der Überzeugung, dass auch hier das Mitmachen aller Bürger gefordert ist - aber auch 62 Prozent der Linken sind dieser Überzeugung. Völlig konträr dazu die Wähler der bürgerlichen Parteien: 61 Prozent der Unionsanhänger meinen, die Politik sollte sich mit Hilfe von Fachexperten um dieses Thema kümmern, bei den FDP-Wählern sind sogar 75 Prozent der Meinung, dies sei eher ein Thema für Experten. Bei der SPD sehen 55 Prozent dieses Thema bei der Politik, bei den Grünen sind es noch 52 Prozent.

Einheitlicher ist die Meinung zu einem aktuell diskutierten Thema: 76 Prozent sind der Ansicht, das Kartellamt sollte auch die gesetzlichen Krankenkassen stärker beaufsichtigen, wenn es um Fusionen und Verträge geht. Lediglich 16 Prozent finden, es sollte hier für die gesetzlichen Krankenkassen Ausnahmen geben. Getragen wird diese breite Mehrheit von Anhängern der Union und der Piraten zu 80 Prozent, der SPD (79 Prozent) und der FDP (75 Prozent). 72 Prozent der Linken- und 67 Prozent der Grünen-Wähler stimmen ebenfalls für eine strengere Kartellaufsicht der Krankenkassen.