Weniger Reparaturen, weniger Neuzulassungen

Doch diese Corona-Rückzahlungen setzen die Versicherer zusätzlich unter Druck: Zumal sich bereits ankündigt, dass die Pandemie Nebenwirkungen mit sich bringt, die sich als zusätzliche Kostenfallen entpuppen könnten. So wurden in Lockdown-Zeiten weniger Autos gekauft: Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland ging in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 drastisch zurück, das Minus beträgt nach Angaben des Branchenverbandes VDA knapp 35 Prozent. Das wirkt sich auch auf die Versicherer negativ aus, die weniger Neuabschlüsse haben. Hier hängt es auch davon ab, wie sich die Coronakrise weiter entwickelt, ob sich die Zahlen wieder normalisieren.

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Und nicht nur das: Viele Autowerkstätten darben, manche bangen gar um ihre Existenz. Das könnte die Preise für Reparaturen pro Auto verteuern: und so die Schadenkosten hochtreiben. "In diesem Jahr müssen wir mit rund 20 Prozent weniger Neuzulassungen, etwa sieben Prozent weniger Gebrauchtwagen sowie einer um vier Prozentpunkte geringeren Werkstattauslastungsquote rechnen", sagt Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), laut "Handwerkszeitung". Den Betrieben seien durch den Lockdown Umsätze weggebrochen, die nicht mehr aufzuholen seien.

Der Ausblick der Branche für das Jahr 2021 ist folglich nicht nur positiv. Werde das Jahr 2020 noch ein gutes für die Kfz-Versicherer sein, dürfte sie "im kommenden Jahr deutlich Federn lassen", sagte Jan Wicke, Finanzchef von Talanx, dem "Handelsblatt".

Preiskampf: Kunden profitieren nicht in jedem Fall

Ob der aggressive Preis- und Werbekampf der Versicherer dabei immer den Kundinnen und Kunden nützt, dazu gibt es auch gegenteilige Meinungen. Zwar verbilligt es die Tarife, dass vermehrt Kfz-Policen im Netz abgeschlossen werden - und die Versicherer auf Sparpotentiale achten, zum Beispiel, indem sie mit Werkstätten und anderen Dienstleistern kooperieren. Aber es gibt einen ungünstigen Nebeneffekt des Preiskampfes:

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Denn jedes Mal, wenn ein Fahrer seinen Anbieter wechselt, werden auch neue Provisionen für den Abschluss fällig: Die großen Vergleichsportale, viele als Versicherungsmakler registriert, erzielen laut Bundesnetzagentur bis zu 98 Prozent ihrer Einnahmen durch Provisionen. Durch die vielen Wechsel werde „eine Preisspirale befeuert, die den Versicherungsschutz am Ende für alle Kunden teurer macht“, hatte Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK, bereits vor Jahren gewarnt.