Wer das Langlebigkeitsrisiko absichern will, kommt nicht an Rentenversicherungen vorbei. Daran hat sich auch in Zeiten von demographischen Wandel und Niedrigzins nichts geändert. Letzterer sorgt aber für erheblichen Druck bei den Lebensversicherern und stellt sie vor der Frage, wie sie Rendite erwirtschaften sollen. Gleichzeitig wollen Deutsche Garantien für ihre Altersvorsorge. Die Anbieter versuchen, diesen Konflikt mit neuen Produkten zu lösen.

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Doch damit wird die Vergleichbarkeit der einzelnen Produkte für Vermittler und Kunden erschwert. Das ist der Ansatzpunkt von Franke & Bornberg. Das Analysehaus hat seine Rating-Kriterien im Vergleich zur Erhebung von 2018 deutlich erhöht. Statt 49 zogen die Analysten für das aktuelle Altersvorsorge-Rating 67 Kriterien heran. Nun wurden beispielsweise auch untersucht:

  • Regelungen zur Beitragsdynamik
  • Regelungen zu Kapitalauszahlungen bei Rentenbeginn
  • Teilauszahlungen nach Rentenbeginn

Zudem floß die Transparenz der Bedingungen in die Analyse ein und es wurde bewertet, ob Formulierungen verständlich und kundenorientiert gestaltet sind. Welche Kriterien genau zugrunde gelegt wurden, unterscheidet sich von Produktklasse zu Produktklasse. Den vollständigen Kriterienkatalog hat Franke und Bornberg auf einem 12-seitigen PDF offengelegt.

Keine Renaissance für Klassik

Das Rating hilft auch dabei, allgemeine Markttendenzen abzulesen. So zeigt sich beispielsweise, dass immer weniger Anbieter auf klassische Rentenversicherungen setzen. Derartige Produkte finden sich nur noch bei 42 Anbietern; davon 17 in der 1. Schicht, 13 in der 2. Schicht und 37 Gesellschaften in Schicht 3. Im Fokus der Produktschmieden sind stattdessen garantieorientierte Hybrid-Produkte oder Fonds.
Eine weitere Tendenz, die die Analysten beobachtet haben: Laufzeitabhängige Garantien werden verstärkt eingesetzt. Dabei starten Versicherte mit einem garantierten Anteil ihrer Beitragssumme, der mit der Laufzeit des Vertrages stetig steigt. Die Qualität solcher Produkte hängt laut Franke u.a. davon ab, wer Garantiegeber ist, ob die Rechnungsgrundlagen über die gesamte Laufzeit garantiert sind, ob es eine „Günstigerprüfung“ für die Berechnung der Rente am Ende der Aufschubsdauer gibt und wie der Versicherer mit einem Vertragsguthaben oberhalb des Garantiekapitals um geht.

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Quelle für das Altersvorsorge-Rating sind die Versicherungsbedingungen, denn nur darauf könne sich der Kunde verlassen, so Franke und Bornberg im Editorial ihrer Untersuchung. Damit eine sachgerechte Vergleichbarkeit der Produkte gegeben ist, haben die Analysten alle Tarife einer von fünf Produktkategorien zugeordnet:

  • Klassik: Darunter fallen Rentenversicherungen mit garantiertem Rechnungszins. Sparbeiträge werden ausschließlich im Sicherungsvermögen der Versicherer angelegt.
  • Neue Klassik: Auch hier fließen Sparbeiträge in das Sicherungsvermögen. Es werden endfällige Garantien, aber keine Mindestverzinsung vereinbart. Durch den Verzicht auf jährliche Garantien steigen die Renditechancen. In diese Kategorie fallen auch klassische Produkte mit Indexpartizipation.
  • Fonds: Sparbeiträge werden ausschließlich in Investmentfonds angelegt. In der 2. Schicht (Riester) gibt es aufgrund des Garantiegebotes keine fondsgebundenen Rentenversicherungen.
  • Hybrid Garantie: Der Versicherer sagt ein Garantieniveau zu, das durch Umschichten zwischen Sicherungsvermögen und fondsorientierter Anlage während der Vertragslaufzeit erreicht wird. Vertragsguthaben, das für die Garantie nicht gebraucht wird, kann renditeträchtig angelegt werden (z. B. dynamische 3-Topf-Hybride mit Sicherungsfonds).
  • Hybrid Beitrag: Hier entscheiden Kunden selbst, welcher Anteil ihrer Sparbeiträge in die Fondsanlage und welcher ins Sicherungsvermögen fließt. In diese Kategorie fallen u. a. statische 2-Topf-Hybride.