Weit häufiger aber kündigten die Beschäftigten selbst: in 1,8 Prozent der Fälle wollte ein Mitarbeiter aus eigenem Willen den Versicherer verlassen. Das war auch der häufigste Fluktuationsgrund. Natürliche Fluktuation, etwa wenn sich jemand in den Ruhestand verabschiedet oder gar verstirbt, war für 1,6 Prozent des Schwunds verantwortlich.

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In der Summe bezifferten sich die Abgänge auf 5,4 Prozent des durchschnittlichen Personalbestandes. Hier gilt es zu bedenken, dass die Fluktuation auch durch Neueinstellungen wieder ausgeglichen wurde, woraus sich der deutlich geringere Personalschwund von 1,4 Prozent erklärt.

Weniger Ausbildungsplätze

Bedenklich ist, dass die Branche in Zeiten des Nachwuchsmangels weniger ausbildet. So sank die Zahl der Ausbildungsplätze erneut von 11.100 zum Jahresende 2017 auf 10.700 zum Stichtag 31.12.2018: ein Minus von 3,6 Prozent. Schon im Vorjahr wurden 300 Azubis weniger in den Unternehmen ausgebildet.

Zwar ist der Altersschnitt beim Innen- und Außendienst der Versicherer (inklusive Azubis) mit 43,5 Jahren nicht ganz so hoch wie bei den Versicherungsmaklern, wo sich das Durchschnittsalter laut AfW-Vermittlerbarometer schon den 50 Jahren annähert. Aber mit Nachwuchssorgen werden auch die Versicherer zu kämpfen haben, wenn sie nicht mehr Nachwuchs rekrutieren. Laut einer DIHK-Umfrage, die sich aber bereits auf das Jahr 2017 bezieht, haben bereits 29 Prozent aller Versicherer und Banken Probleme, alle ihre Leerstellen zu besetzen.

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Auch die Anzahl der von Agenturen finanzierten Ausbildungsplätze (Vollzeit) ist 2018 um 1,5 Prozent auf 1.940 Vollzeitplätze abgefallen. Ein Grund hierfür ist jedoch, dass Nachwuchskräfte nicht mehr nur den klassischen Ausbildungsweg über die Versicherer und Agenturen gehen, sondern zuvor ein Fachstudium absolvieren, wie ein AGV-Sprecher dem Versicherungsboten bereits im letzten Jahr berichtete. Dies gilt es bei der Interpretation der Zahlen zu berücksichtigen.