Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit. Und Weihnachten ist "Hausratzeit", im Schlechten wie im Guten. Herrscht doch in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit eine erhöhte Brandgefahr aufgrund eines unsachgemäßen Umgangs mit Kerzen und Weihnachtsgestecken: 40 Prozent mehr Brände als zu anderen Zeiten des Jahres müssen Versicherer in der Weihnachtszeit regulieren, wie aus Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

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Das bedeutet freilich auch: Hausratversicherer haben zu Weihnachten besonders häufig für Schäden einzustehen. Aber gerade aufgrund dieser Tatsache wird der Nutzen dieser Versicherung ins Bewusstsein potentieller Kunden gebracht, die es sich zuhause gern "heimelig" machen: Viele Medien geben in der Vorweihnachtszeit präventive Tipps zum richtigen Umgang mit Feuer, häufig verbunden mit dem Hinweis auf den richtigen Versicherungsschutz. Die Hausratversicherung kommt dabei einem besonderen Bedürfnis der Menschen hierzulande entgegen, die Habseligkeiten in den eigenen vier Wänden abzusichern, wie Geschäftszahlen zeigen: Die Policen sind bei den Deutschen nach wie vor beliebt.

So ist der Zweig Hausrat auch einer der wenigen Zweige, mit denen Versicherer zuverlässig Geld verdienen, stellt der „Branchenmonitor Hausratversicherung 2015-2017“ heraus. Bei der Schadenbegrenzung spielen präventive Maßnahmen eine wichtige Rolle für die Versicherer – geradezu exemplarisch lässt sich das an der Aufklärung für den Brandschutz vor Weihnachten veranschaulichen. Aber auch andere Faktoren begünstigen laut Branchenmonitor den Geschäftserfolg der oft als „klein“ und „unscheinbar“ unterschätzten Branche. Eignet sich die Hausratversicherung doch aufgrund vermeintlich geringer Komplexität der Produkte geradezu ideal für den Online-Vertrieb. Auch könnten laut Clemens Wilde, Autor des Branchenmonitors, Kooperationen mit Unternehmen anderer Industrien sowie Start-ups den Kunden neue Mehrwerte liefern und werden auch fleißig genutzt. Pointiert lässt sich feststellen: Gerade jenes Versicherungsprodukt, das als besonders "hausbacken" gilt, ist gut für die Herausforderungen der Digitalisierung gewappnet.

Geschäftszahlen einer stabilen Branche

Wie gut das Geschäft für die Hausratversicherer läuft, zeigen die durchschnittlichen Geschäftszahlen für alle fünfzig im Monitor untersuchten Unternehmen. Schlagzeilenträchtige rote Zahlen ... schreibt man in der Branche nicht. Freilich sind auch die Gewinne mitunter niedriger als in anderen Sparten wie Leben oder PKV, wo speziell große Versicher noch mehr verdienen können.

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Alle Hausrat-Versicherer wiesen 2017 eine Schaden-Kosten-Quote unter 100 Prozent auf, die durchschnittliche Combined Ratio lag bei guten 75,07 Prozent. Alle Versicherer konnten außerdem einen versicherungstechnischen Gewinn realisieren – das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellungen lag 2017 bei durchschnittlich 10,63 Mio. Euro. Die durchschnittlichen gebuchten Bruttoprämien stiegen zudem 2017 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lagen bei 55,40 Mio. Euro. Auch erhöhte sich die durchschnittliche Anzahl der Verträge von 466.695 Stück für 2016 auf 473.173 Stück für 2017. Diese durchweg guten Zahlen spiegeln sich auch in den Ergebnissen der großen Unternehmen, die nun vorgestellt werden.