Auch wenn risikoreichere Anlageprodukte mit höheren Renditen an Beliebtheit wachsen, sind immer noch viele Deutsche in Sachen Geldanlage konservativ eingestellt. Das geht aus einer Studie im Auftrag der J.P. Morgan Asset Management hervor, für die 2.097 Frauen und Männer repräsentativ zu ihrem Spar- und Anlageverhalten befragt wurden. Laut Umfrage bleibt demnach das Sparbuch mit 53 Prozent die meist genutzte Anlageform.

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Die Deutschen "sparen sich arm"

Bei dem langanhaltenden Niedrigzinsniveau ist das jedoch nicht am Effektivsten. Ist die Inflation höher als der Zinssatz, kommt es sogar langsam zu einer Entwertung der Geldanlage. Derzeit liegen über 2,2 Billionen Euro in kaum verzinsten Spareinlagen, berichtet das Investmenthaus. Die Deutschen „sparen sich arm", ist folglich die Pressemeldung zur Studie überschrieben. Weitere beliebte Geldanlagen: 38 Prozent der Befragten haben eine Lebens- oder Rentenversicherung. In Tages- und Festgelder legen 29 Prozent ihr Geld an.

Besitz von Spar- und Anlageprodukten. Quelle: J.P. Morgan Asset Management 2018

In Fonds investieren 15 Prozent der Deutschen. Neun Prozent nutzen Aktien und nur drei Prozent Anleihen. Auch wenn die Anteile dieser ertragstärkeren Kapitalanlagen gering ist, sind sie in den letzten Jahren gewachsen: der Anteil der Bürger, die ihr Geld in diese Anlagen stecken, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 17 Prozent auf nun 27 Prozent.

Abgesehen davon haben 79 Prozent der Befragten gar kein Kapitalinvestment und 16 Prozent wissen gar nicht, welches Spar- oder Anlageprodukt sie überhaupt besitzen. Allgemein steigt der Anteil der Anleger ab 40 Jahren um 50 Prozent im Vergleich zu den Jüngeren.

Bürger mit Sparprodukten unzufrieden

Das Income-Barometer zeigt auch, dass die Entwicklung der Spar- und Versicherungsprodukte nicht den Vorstellungen der Befragten entspricht. Im Durchschnitt sind 67 Prozent der Deutschen damit unzufrieden und nur 19 Prozent äußern Zufriedenheit. Es zeigen sich aber auch Unterschiede in den verschiedenen Regionen in Deutschland:

In Nord-Ost-Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) sind die Menschen am unzufriedensten mit der Wertentwicklung. In Berlin und Bayern liegt die Unzufriedenheit auch über dem Durchschnitt, bei 72 bzw. 69 Prozent. Im Nord-Westen (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen) sind es nur 62 Prozent. Das Bundesland mit der geringsten Rate an unzufriedenen Anlegern ist Baden-Württemberg mit 59 Prozent.

Hintergrundinformationen: Für das Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im März und April 2018 repräsentativ 2.097 Frauen und Männer zu ihrem Spar- und Anlageverhalten, ihrer Zufriedenheit mit verschiedenen Anlageformen, ihrem Anlagehorizont, ihrer Risikobereitschaft sowie ihren Einstellungen zu und Wissen über Zinsen, Fondslösungen und regelmäßige Erträge („Income“) befragt.