Versicherungsbote: Herr Krippner, ihr Maklerbüro ist unter anderem auf das Thema Drohnen spezialisiert. Was macht das Thema für Sie interessant?

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Martin Krippner: Ich fliege selber Drohne und ein paar meiner Freunde auch. So kam es, dass wir uns letztes Jahr intensiver mit dem Thema beschäftigt haben. Was die wenigsten (privaten) Drohnenbesitzer wissen: Drohnenflüge sind laut Luftverkehrsgesetz versicherungspflichtig. Das heißt, eine Versicherung für eine Drohne jeglicher Art ist per Gesetz vorgeschrieben. Es ist dabei egal, ob man sie privat oder gewerblich nutzt. Das gilt übrigens auch für Flugmodelle unter fünf Kilogramm Gewicht, denn Ausnahmen von der Versicherungspflicht wurden 2005 aus dem Gesetz gestrichen.

Wie reagieren die Versicherer auf die neue Herausforderung durch Drohnen? Immerhin werden jährlich bereits 300.000 Drohnen in Deutschland verkauft.

Es war sehr unübersichtlich, was man noch im letzten Jahr von den Versicherungsgesellschaften zu diesem Thema als Auskunft bekommen hat. Erst vor kurzem habe ich mit dem Vorstandsmitglied einer Luftfahrt-Abteilung gesprochen, die mir bestätigte, dass sich die Luftfahrtbranche mit Blick auf Drohnen 2015 stark verändert habe.

Ich würde behaupten, es ist aktuell so viel Bewegung wie in keiner anderen Versicherungssparte. Die wenigsten Versicherungen bieten zum jetzigen Zeitpunkt eine adäquate Lösung um die Versicherungspflicht ganzheitlich abzudecken.

Martin Krippner Mitinitiator der Seite versichertedrohne.deMartin Krippner Mitinitiator der Seite versichertedrohne.de fliegt selbst Drohne und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.FRANKE & KRIPPNER Versicherungsvermittlungs GbR

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den Luftfahrt-Versicherungen?

Ich wollte mein Hobby mit meinem Beruf verbinden. Nachdem wir uns mit dem Thema "Versicherungsschutz für Drohnen" eingehend beschäftigt haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es eine erhebliche Lücke gibt. Es gab zwar den ein oder anderen Wettbewerber, der unserer Meinung nach allerdings recht unprofessionell Produkte im Internet angeboten hat, doch haben wir erkannt, dass hier noch viel Luft nach oben ist. Deshalb haben wir die führenden Luftfahrtversicherer in Deutschland kontaktiert. Das war ein zeitintensiver Prozess, da wir in diesem neuen Geschäftsfeld zunächst die richtigen Ansprechpartner finden mussten. Wir haben eine sehr gut laufende Kooperation mit HDI Global SE als größtem Luftfahrtversicherer. Ausserdem sprechen wir gerade mit Allianz, der R+V und ARAG, um unsere Produktpalette zu erweitern.

"Klare Unterscheidung in private und gewerbliche Nutzung"

Wie viele Tarife für den Bereich „unbemannte Luftfahrtsysteme" (UAV = unmanned aerial vehicles) bieten Sie an und welche Mindestdeckungssummen und Bedingungen liegen diesen zugrunde?

Ich vergleiche das gerne mit einer Autoversicherung – hier kann man neben einer Haftpflicht- auch eine Vollkasko-Versicherung abschließen. Diese bieten wir sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich an. Wenn man so will, sind das demnach vier Tarife. In den Haftpflicht-Tarifen kann der Drohnen Besitzer bezüglich der Versicherungssummen noch eine Auswahl treffen – diese liegen aktuell bei 1,5 Millionen, 3 Millionen und 5 Millionen Euro. Er kann außerdem zwischen einer europa- und einer weltweiten Deckung wählen.

Wie verkaufen sich diese Tarife?

Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Seit die Seite versichertedrohne.de online ist, verbringe ich 80 Prozent meines Tages mit Drohnen und das Team investiert mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit. Wir kriegen unfassbar viele Mails, was zeigt, wie gefragt das Thema derzeit ist.

Bei Ihnen kann man eine 24-Stunden-Police abschließen. Was bedeutet das?

Da man im gewerblichen Bereich nicht ohne Aufstiegsgenehmigung fliegen darf und man diese Erlaubnis nur mit dem Nachweis einer entsprechenden Versicherung bekommt, bieten wir an, dass Sie bei uns innerhalb von 24 Stunden ihren Versicherungsschein bekommen.

Manchmal muss es schnell gehen - erst vor kurzem sollte ein Kunde vor einem Fußballspiel in Dortmund kurzfristig einen Beitrag fürs Fernsehen filmen. Er brauchte also schnell eine Versicherung, damit er eine Aufstiegserlaubnis bekommt. Diese erhielt er von uns innerhalb von drei Stunden.

Worin liegt die Innovation an ihrem Tarif/ihren Tarifen?

Im gewerblichen Bereich haben wir einen Basis– und einen Exklusivtarif. Normalerweise wird pro Kopter/Drohne oder pro Steuerer versichert. Für den gewerblichen Bereich unterscheiden wir aber nur, ob mehr als eine Drohne und/oder ob mehr als ein Steuerer versichert werden müssen.

Folglich wird nicht für jede einzelne Drohne ein zusätzlicher Beitrag erhoben – ob der Versicherungsnehmer nun zwei oder fünf Drohnen hat ist in dem Fall egal. Und es ist auch egal, ob zwei oder fünf Leute die Drohne/n steuern.

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Im privaten Bereich gilt: Solange uns die Namen bekannt sind, also der Mann zum Beispiel Frau und Kinder zusätzlich als Piloten angibt, bleibt der Beitrag gleich. Der Zuschlag für die zweite bzw. dritte Drohne ist sehr niedrig. Bei der Konkurrenz müsste man nochmal eine neue Versicherung abschließen bzw. den gleichen Beitrag für eine weitere Drohne zahlen.