Die Rente ab 63 erzeugt eine große Nachfrage, wie auch aktuelle Zahlen belegen. Das Onlineportal „Der Westen“ berichtet unter Verweis auf die Rentenversicherung Westfalen, dass die abschlagsfreie Rente ab 63 bundesweit bereits von 85.000 Arbeitnehmern beantragt wurde. Auch regional macht sich das bemerkbar. Nachdem die ersten Rentenanträge bei der Rentenversicherung Rheinland nur zögerlich gestellt wurden, stieg das Antragsaufkommen dort im Juli merklich an. Zum Stichtag 31. Juli wurden 4.000 Anträge gezählt (nach 2.600 Anträgen im Monat Juni).

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Die Rente mit 63 bereitet kleinen und mittelständischen Betrieben Probleme

Von den Verbänden kommen laut Bericht des Onlineportals jetzt die ersten Klagen über den Weggang vieler erfahrener Mitarbeiter. Andreas Schwieg vom Verband der Bauindustrie NRW sagt: „Das tut uns sehr weh. Dass wir nun durch die vorgezogene Rente mehr erfahrene Poliere und Bauleiter verlieren als erwartet, erwischt gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen kalt.“ Aus dem Verband Spedition und Logistik NRW ist zu hören, dass Personalchefs sogar über Lohnerhöhungen für die über 63jährigen Arbeitnehmer nachdenken. Diesen würden zwischen 10 und 15 Prozent geboten, um sie im Unternehmen zu halten.

Große Unternehmen, in denen gerade Stellen abgebaut werden, profitieren dagegen von der Rente mit 63. Dies betrifft in Nordrhein-Westfalen beispielsweise die Baukonzerne Bilfinger und Hochtief. Sie können ältere Arbeitnehmer, die aufgrund der harten Arbeit bereits körperliche Beschwerden haben, zeitiger in den Ruhestand schicken – ohne, dass diese Einbußen bei den Altersbezügen fürchten müssten.

Wer profitiert von der Rente mit 63?

Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren dürfen seit Juli des Jahres ohne Abschläge im Alter von 63 in Rente gehen. Zu den Beitragsjahren gehören auch Zeiten, in denen die Arbeitnehmer Arbeitslosengeld I erhalten haben. Konkret betrifft es die zwischen Juni 1951 und Dezember 1952 Geborenen. Ab Jahrgang 1953 wird die Altersgrenze wieder schrittweise angehoben, bis sie ab dem Jahrgang 1964 bei 65 Jahren liegt.

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Das Rentenpaket der Bundesregierung trat am 1. Juli 2014 in Kraft. Laut Rentenfachleuten liegt die Zahl der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer allein in diesem Jahr bei ungefähr 240.000. Die Kosten beziffert die Bundesregierung bis Ende 2017 auf insgesamt sieben Milliarden Euro.