Versagte die interne Kontrolle?

Der Rechtsstreit lenkt auch den Blick auf die internen Abläufe der Allianz. Sie muss sich vorhalten lassen, dass sie sich von einem Mitarbeiter beinahe 15 Jahre lang über den Tisch hat ziehen lassen. Erst als ein aufmerksamer Mitarbeiter auf die Ungereimtheiten aufmerksam wurde und an die interne Revision meldete, ging alles ganz schnell. Der Mann wurde umgehend gekündigt und eine Anzeige gestellt.

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Dennoch: Auf einer Fachkonferenz der "Süddeutschen Zeitung" bestritt die Allianz, dass sie zu nachlässig kontrolliert hat. „Es gab keine Wegschaumentalität, im Leben nicht!“, zitiert der Versicherungsmonitor Burkhard Keese, Finanzvorstand der Allianz Deutschland. Er habe aber einräumen müssen, dass die internen Kontrollen in diesem Fall versagt hätten. Zumindest für eine sehr lange Zeit.

Der Betrüger muss den Schaden nun ersetzen, bisher habe er einige zehntausend Euro an die Allianz zurückgezahlt. Das Problem: er ist schlicht pleite. Er besitze nur ein Einfamilienhaus mit seiner Noch-Ehefrau, das zum Großteil per Kredit finanziert sei und folglich der Bank gehöre.

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