Die veröffentlichen Statements reichen von Stimmen, wonach sich die Versicherungsaufsicht zu sehr in unternehmerische Entscheidungen einmische, bis hin zu dem Vorwurf, Gonetto sei ein Bestandsräuber, der anderen Versicherungsmaklern die Kundschaft wegnehmen wolle, indem er dem Kunden eine hohe Courtage-Ausschüttung verspreche. Genau dies habe die BaFin unterbinden wollen, da der Kunde eher auf eine hohe Courtageausschüttung schiele statt auf den -für ihn passenden- Versicherungsschutz.

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Letztendlich ist auch fraglich, inwiefern mit Blick auf das Vergütungsmodell einige Aussagen auf der Webseite von Gonetto unter "Frequently Asked Questions" zutreffend sind. "Gonetto finanziert sich ausschließlich aus den Gebühren der Kunden", heißt es da zum Beispiel. Die Aussage ist insofern diskutabel, da das Unternehmen ja die Auszahlung der Courtage als Werbemittel verwendet, um Kunden anzulocken. Auf der Webseite heißt es an prominenter Stelle: "Jahr für Jahr Hunderte Euro Sparen! Das gab's noch nie: Provisionen auf Ihr Konto!" Ohne die Courtagezusage der Versicherer würde das Geschäftsmodell möglicherweise gar nicht funktionieren. Gonetto ist eben kein Honorarberater, sondern registrierter Makler nach § 34d Gewerbeordnung, so verrät das Impressum.