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Debatte

Rente mit 63 - Abschaffung, Begrenzung oder was?

MelSi/Pixabay

Kurz nach der Bundestagswahl gibt es heiße Debatten um die Rente mit 63. Während CDU-Politiker Jens Spahn die Frühverrentung gerne auslaufen lassen würde - was einer Abschaffung gleich käme, würden Union, FDP und Grüne lieber den Empfängerkreis beschneiden. So wäre eine Begrenzung auf Berufe mit harter körperlicher Arbeit eine denkbare Lösung. Das berichtet die "Bild"

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Seit Juli 2014 können Arbeitsnehmer, die 45 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt haben, bereits ab Vollendung des 63. Lebensjahres ohne Abzüge in die Altersrente gehen und kommen somit in den Genuss der sogenannten Rente mit 63. Bis dato war Bundesbürgern erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres die abschlagsfreie Rente gewährt. Wollten Verbraucher eher in den Ruhestand wechseln, mussten sie eine Kürzung des Altersgeldes hinnehmen.

Die Möglichkeit, mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen, war von Anfang sehr nachgefragt. So wurden im Oktober 2014 und damit vier Monate nach der Einführung bereits 137.000 Anträge für die Rente mit 63 gestellt. Auch in diesem Jahr ist die Nachfrage nach der Rente mit 63 ungebrochen. Knapp 160.000 Versicherte haben bis Ende August einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente gestellt.

Spahn würde Rente mit 63 auslaufen lassen

Aktuell gibt es heiße Diskussionen um die Frühverrentung. Größter Kritikpunkt dabei sind die hohen Kosten der Rente mit 63. Bereits Ende 2014 wurden die geschätzten Ausgaben deutlich nach oben korrigiert. So hatte das Arbeitsministerium allein die Kosten für 2014 auf 1,5 Milliarden Euro und für 2015 mit 2,75 Milliarden Euro beziffert. Das waren insgesamt 1,45 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant.

In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ forderte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn am Montag die Abschaffung der Rente mit 63. Sie werde vor allem von männlichen Facharbeitern genutzt, die eigentlich noch gebraucht würden. "Wir sollten diese Frühverrentung auslaufen lassen und mit den eingesparten Milliarden lieber die Renten von Witwen oder Erwerbsgeminderten stärken.", forderte Spahn gegenüber der „Rheinischen Post“. Ähnliche Töne schlug Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln an. Die Rente mit 63 müsse „rückabgewickelt“ werden, forderte Hüther gegenüber der „Welt"

Nur für Berufe mit harter körperlicher Arbeit?

Am Mittwoch berichtete die "Bild", dass sich Union, FDP und Grüne darauf verständigt hätten, die Rente mit 63 teilweise wieder abzuschaffen. Diese könne künftig auf Berufe mit harter körperlicher Arbeit begrenzt werden. Vor derartigen Überlegungen warnt IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. "Wenn künftig eine Kommission entscheiden soll, welche Tätigkeiten besonders belastend sind, fallen wir zurück auf den arbeitswissenschaftlichen Debattenstand des vergangenen Jahrhunderts", sagte Hofmann gegenüber "Zeit Online".

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Inzwischen haben CSU und Grüne Berichte dementiert, nach denen die Rente mit 63 teilweise abgeschafft werden solle. "Die Rente mit 63 wird nicht abgeschafft. Wir dementieren das für alle, die da mit am Tisch saßen.", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter gegenüber dem Nachrichtensender "N24". Gleichzeitig seien "flexible Übergänge in den Ruhestand als wichtiges Zukunftsthema identifiziert" worden, bekräftigte der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Markus Kurth. Es bleibt also spannend um die abschlagsfreie Rente mit 63.

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