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Studie

Versicherer immer öfter Opfer von Wirtschaftskriminalität

Die Versicherer beklagen immer öfter Fälle von Wirtschaftskriminalität (Symbolbild).Alexas_Fotos@Pixabay.com

Die Wirtschaftskriminalität ist in der Versicherungbranche in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Demnach wurden 70 Prozent der Versicherer im Jahr 2015 Opfer entsprechender Delikte. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Häufig seien die Täter Geschäftspartner und Dienstleister, berichtet PwC in einer aktuellen Pressemeldung.

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Während im Durchschnitt aller Branchen 51 Prozent der befragten Unternehmen Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden waren, traf dies 2015 sogar auf 70 Prozent der Versicherer zu, berichtet PwC. Und dabei zeigt sich eine deutliche Tendenz: Die Kriminalität nimmt zu, wie eine Sonderauswertung mehrerer Studien zu Wirtschaftskriminalität und Compliance zeigt. Daten-Grundlage war eine telefonische Befragung von 720 Unternehmen verschiedener Branchen, die TNS Emnid vom September bis November 2015 durchgeführt hat.

Mehr als zwei Drittel aller Versicherer betroffen

Hatten 2011 noch 49 Prozent aller befragten Versicherer Fälle von Wirtschaftskriminalität im eigenen Haus zu beklagen, war es bei der Erhebung 2013 schon mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent). 2015 waren schon zwei Drittel aller befragten Versicherer (70 Prozent) betroffen – ein Plus von 17 Prozentpunkten und der höchste Wert seit 2007. Zurückzuführen sei der Anstieg vor allem auf zunehmende Vermögenskriminalitätsdelikte, berichtet PwC: sie stiegen von 36 Prozent im Jahr 2013 auf 61 Prozent im Vorjahr an.

Bemerkenswert sei, dass die polizeiliche Kriminalstatistik eine ähnliche Entwicklung zeige, kommentiert Gunter Lescher, Partner für Forensic Services bei PwC: Diebstahl- und Raubkriminalität stagnieren oder nehmen seit längerem ab, doch die Betrugskriminalität hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu verdoppelt. „An diesem Problem müssen die Versicherer weiter arbeiten, zumal die meisten durch Vermögenskriminalität auch am schwersten geschädigt wurden“, so Lescher. Eine schwere Schädigung gaben 88 Prozent der befragten Versicherer an. Der Durchschnitt aller Branchen lag hier bei 56 Prozent.

Betrügerische Geschäftspartner – Viel Provisionsbetrug

Ebenfalls häufiger als im Schnitt aller Branchen wurden Versicherer durch externe Wirtschaftsstraftäter geschädigt. Drei Viertel davon wurden als Geschäftspartner und Dienstleister identifiziert– mehr als doppelt so viele wie im branchenübergreifenden Schnitt. „In der Studie 2012 zeigte sich, dass es sich zu einem großen Teil um Provisionsbetrug durch Versicherungsvermittler handelt“, sagt Gunter Lescher. „Beunruhigend ist außerdem, dass die betroffenen Versicherer 13 Prozent der externen Täter der Organisierten Kriminalität zurechnen mussten.“

Ein Drittel der Unternehmen Opfer von Cyberkriminalität

Fälle von Cybercrime sind weitere wichtige Bedrohungen für Versicherer – 39 Prozent aller Gesellschaften berichten von entsprechenden Verdachtsfällen. Lescher erklärt: "Unter Cyber- oder E-Crime verstehen wir Delikte, bei denen IT als wesentliches Element genutzt wird, um eine Wirtschaftsstraftat zu begehen – Computerbetrug zum Beispiel. Beunruhigend sind Studien, denen zufolge über 80 Prozent der Cyberangriffe organisiert durchgeführt werden. Kurzum: Die Bedrohungslage nimmt zu“. Bei Versicherern erfolgen solche Attacken oft nicht über Angriffe auf IT-Systeme, sondern, indem Firmenunterlagen entwendet werden, so Lescher. Die Folge: Datendiebstahl und Wissensverlust.

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Positiv: IT-Sicherheitssysteme und Compliance-Management-Systeme (CMS) seien bei Versicherern fast flächendeckend implementiert, berichten die Wirtschaftsprüfer. 87 Prozent der befragten Versicherer verfügen mittlerweile über entsprechende Programme und damit mehr als im Schnitt aller Branchen (76 Prozent). Die Programme sind insbesondere darauf ausgerichtet, Datenschutz-Verletzungen (97 Prozent), Korruption (82 Prozent) und Geldwäsche (79 Prozent) zu verhindern.

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