In dem Verbrauchermagazin wurden sowohl geförderte als auch ungeförderte Tarife getestet. Dabei lege Öko-Test unterschiedliche Maßstäbe an, kritisiert der PKV. Bei den Pflege-Bahr-Tarifen würden nicht die Nettobeträge berechnet, sondern die fünf Euro staatliche Förderung zu dem Eigenbetrag hinzugerechnet. Effektiv zahle der Kunde aber nur zehn Euro in den getesteten Tarifen, was das Magazin lediglich in einer Fußnote erwähne. Auch seien beim Pflege-Bahr nur Tarife für das Eintrittsalter 35 bis 65 berechnet worden. Allerdings werde die staatliche Förderung ab 18 Jahren gewährt. Bei diesem frühen Eintritt verdoppele sich das monatliche Pflegetagegeld gegenüber der im Test genannten Zahlen.

Anzeige  

 

Seit staatlicher Förderung hoher Zuwachs bei Pflegezusatzversicherungen

Die sozialpolitische Bedeutung des Pflege-Bahr blende Öko-Test vollkommen aus. Für Menschen mit geringem Einkommen oder Vorerkrankungen werde durch den Pflege-Bahr überhaupt erst ein Einstieg in die private Vorsorge möglich, hebt der PKV hervor. Außerdem kombinierten viele Menschen den Pflege-Bahr mit ungeförderten Tarifen, diese vielfach nachgefragten Kombitarife lasse der Test aber außer Acht. Auch stimme der Vorwurf nicht, dass geförderte Tarife „wahrscheinlich überwiegend von Kranken“ abgeschlossen würden. 50 Prozent der Verträge wurden von Menschen unter 50 Jahren abgeschlossen, hingegen weniger als 5 Prozent von „pflegenahen Jahrgängen“.

Die Aussage, der Pflege-Bahr könne die Lücke zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung nicht schließen, greife nach Aussage des PKV ebenfalls nicht. Es sei nie Ziel des Gesetzgebers gewesen, einen „Vollkasko-Schutz zu erreichen. Vielmehr biete der Pflege-Bahr einen bezahlbaren Einstieg für Jedermann. Die von Öko-Test vorgeschlagenen ungeförderten Tarife seien für Menschen mit geringem Einkommen oft zu teuer. Ferner kämen ausschließlich Gegner der staatlichen Förderung zu Wort und niemand der Befürworter.

Anzeige  

 

Dem grundsätzlichen Urteil von Öko-Test, nämlich dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur unzureichenden Schutz bietet, stimmt der PKV hingegen vollends zu. Seit über 30 Jahren bieten die privaten Krankenversicherungen auch Produkte an, um diese Versorgungslücke zu schließen. Von 1984 bis 1998 wurden allerdings nur 500.000 Verträge abgeschlossen. Seit der staatlichen Förderung seit Januar 2013 wurden hingegen deutlich mehr Verträge abgeschlossen. Über drei Millionen Policen sind es derzeit, ein Drittel des Zuwachses erfolgte allein innerhalb der letzten zwei Jahre. 550.000 der Verträge sind Pflege-Bahr-Versicherungen. Insofern zeige die staatliche Förderung ihre Wirkung.

PKV