Der größte Anteil öffentlicher Schulden entfiel auf den Bund und lag bei 16048 Euro je Einwohner/-in, gefolgt von den Ländern mit 7339 Euro je Einwohner/-in. Der Anteil öffentlicher Schulden von Gemeinden/-Gemeindeverbänden lag bei 1628 Euro je Einwohner/-in (der Flächenländer), auf die gesetzliche Sozialversicherung entfielen 7 Euro je Einwohner/-in.

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Neue Erhebungsmethoden: Vergleiche mit Vorjahren schwierig

Die jährliche Schuldenstatistik wurde aufgrund von Anpassungen an Vorgaben der Europäischen Union vollständig überarbeitet. Neben einem neuen Erhebungsprogramm wurden dabei zum einen der Berichtskreis erweitert und erstmals die Schulden der gesetzlichen Sozialversicherung (einschließlich der Bundesagentur für Arbeit) und die aller Extrahaushalte einbezogen. Daher sind die Ergebnisse nur eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.

Zum anderen hat sich die Gläubigerstruktur geändert. So werden nun im Schuldenstand ausschließlich Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich betrachtet und hier alle Wertpapierschulden sowie die Kredite und Kassenkredite nachgewiesen. Bislang war die Schuldenstatistik am Haushaltsrecht ausgerichtet, zum einbezogenen Gläubigerkreis zählten daher auch Kredite bei öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen, wie zum Beispiel bei der öffentlichen Zusatzversorgung. Zudem können Kassenkredite nicht mit den Vorjahreswerten verglichen werden, da entsprechende Vorjahreswerte nicht erhoben wurden.



Hypo Real Estate erhöht Schuldenlast des Bundes

Für die Wertpapierschulden und Kredite des öffentlichen Gesamthaushaltes beim nicht-öffentlichen Bereich sind Vergleiche mit dem Vorjahresstand möglich. Diese sind zum 31. Dezember 2010 gegenüber dem 31. Dezember 2009 insgesamt um 20,3 Prozent auf 1975,5 Milliarden Euro angestiegen. Darunter betrug die Schuldenzunahme beim Bund 25,5 Prozent. Wesentlich zum Anstieg der Verschuldung beim Bund hat die Übertragung von Risikopapieren der Hypo Real Estate in die FMS Wertmanagement beigetragen. Bei den Ländern stieg der Schuldenstand um 13,0 Prozent und bei den Kommunen um 1,9 Prozent. Die Verschuldung der gesetzlichen Sozialversicherung war dagegen mit Minus 4,9 Prozent rückläufig.

Fasst man Länder- und Gemeindeebene zusammen, so hat in diesem Zeitraum die Verschuldung an Wertpapieren und an Krediten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich in Nordrhein-Westfalen besonders stark zugenommen (+ 33,9 Prozent): die des Landes wuchs um 41,1 Prozent, während die seiner Gemeinden und Gemeindeverbände rückläufig (–0,5 Prozent) war. Der Anstieg der Verschuldung des Landes Nordrhein-Westfalen wurde insbesondere durch Stützungsmaßnahmen der Ersten Abwicklungsanstalt für die WestLB verursacht.

Hohe Anstiege der Wertpapierschulden und Kredite wurden auch für das Saarland (+ 12,3 Prozent) und für Hessen (+ 11,1 Prozent) ermittelt, rückläufig waren sie nur in Sachsen (– 4,9 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (– 0,9 Prozent).

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Weitere detaillierte Daten können der Fachserie 14, Reihe 5 "Schulden der öffentlichen Haushalte 2010“, entnommen werden, die ab sofort kostenlos verfügbar ist.