Der angestellte Außendienst der Versicherer erhält einen neuen Tarifvertrag. Bereits in der ersten Runde haben sich der Arbeitgeberverband der Versicherer (AGV) und mehrere Branchen-Gewerkschaften am Freitag auf einen Tarifabschluss beschäftigt. Das berichten der AGV und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unabhängig voneinander. Beteiligt waren darüber hinaus die DHV - Berufsgewerkschaft und der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV).

Anzeige

Nullrunde für die ersten zehn Monate

Für rund 32.000 Beschäftigte greift der neue Tarifvertrag, wie der AGV berichtet, laufen soll er für 36 Monate: vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2022. Die Vereinbarung wurde also auch rückwirkend für das erste Halbjahr getroffen: auch für die Zeit des teilweisen Corona-Shutdowns.

Das hat Konsequenzen für die Tariferhöhung. Denn in den ersten zehn Monaten müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Nullrunde akzeptieren. "Erwartungsgemäß haben die Arbeitgeber vor dem Hintergrund der Corona-Krise wenig Bereitschaft gezeigt, Zugeständnisse zu machen", schreibt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hierzu auf ihrer Webseite. Die zehn „Null-Monate” erstrecken sich von Januar bis Oktober 2020.

Erhöhung der Mindesteinkommen für den angestellten Außendienst. Quelle: ver.di

Lohnerhöhungen gibt es dann jeweils zum 1. November der Jahre 2020, 2021 und 2022. Um wie viel Prozent das Mindesteinkommen hierbei in die Höhe klettert, hängt von der konkreten Tätigkeit und der Betriebszugehörigkeit ab:

Die Stufe 1 gilt für Angestellte des Werbeaußendienstes in den ersten beiden Jahren der Betriebszugehörigkeit. Zum 1. November sollen diese Beschäftigten ein überproportionales Lohnplus von 1,90 Prozent erhalten, zum 1. November 2021 ein Plus um weitere 1,40 Prozent und zum November 2022 um 1,38 Prozent. Damit steigt das Mindesteinkommen in dieser Beschäftigungsgruppe stärker als bei jenen Außendienstlern, die schon länger dabei sind.

Wer im Werbeaußendienst der Stufe 2 (ab dem dritten Jahr der Firmenzugehörigkeit) sein Geld verdient, bekommt das Einkommen nicht ganz so stark raufgesetzt: zum 1. November 2020 steigt es um 1,71 Prozent, ein Jahr später um 1,20 Prozent und im dritten Jahr um 1,18 Prozent.

Anzeige

Sehr bewusst wird den „Neulingen“ in den Firmen etwas mehr Lohnerhöhung gegönnt, wie der Arbeitgeberverband der Versicherer berichtet. Stufe 1 solle ein höheres Niveau erhalten, „weil ein Außendienstmitarbeiter zu Beginn seiner Tätigkeit, in der er erfahrungsgemäß noch nicht so viel Geschäft akquirieren kann, über eine höhere Mindestabsicherung als ein Mitarbeiter, der schon länger als zwei Jahre im Außendienst tätig ist, verfügen soll“, heißt es im Presse-Statement.