Der Druck auf die deutschen Versicherer in Bezug auf deren Altersvorsorge-Verträge lässt nicht nach. Die Niedrigzinsphase macht es den Gesellschaften schwer die hochverzinsten Altverträge zu bedienen. Schließlich müssen die Zinsen, die man an den Kunden ausreichen soll, erst ein mal verdient sein. Und, dass fällt schwer unter den aktuellen Marktbedingungen.

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Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Lebensversicherer deshalb die Überschussbeteiligung nach unten korrigieren müssen. Allein für 2017 mussten nahezu alle Anbieter Abschläge vornehmen. Nur ganz wenige Versicherer konnten ihre Verzinsung stabil halten. In 2018 sank bei knapp der Hälfte der angebotenen Tarife die laufende Verzinsung erneut. Erst im vergangenen Jahr konnte der Abwärtstrend leicht gebremst werden. Lediglich fünf Tarife wiesen im Vergleich zu 2018 einen niedrigeren Wert aus.

Diese Versicherer halten Überschüsse stabil

  • Athora Lebensversicherung: 2,75 Prozent
  • AXA Lebensversicherung: 2,90 Prozent
  • Barmenia Lebensversicherung: 2,15 Prozent
  • Basler Lebensversicherung: 2,15 Prozent
  • Deutsche Ärzteversicherung: 2,90 Prozent
  • DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung LV: 2,70 Prozent
  • DEVK Versicherungen: 2,50 Prozent
  • Direkte Leben Versicherung: 2,70 Prozent
  • Entis Lebensversicherung: 3,00 Prozent
  • Ergo Vorsorge Lebensversicherung: 2,55 Prozent
  • ERGO Lebensversicherung: 2,05 Prozent
  • Gothaer Lebensversicherung: 1,80 Prozent
  • Hannoversche Lebensversicherung: 2,25 Prozent
  • HanseMerkur Lebensversicherung: 2,00 Prozent
  • Heidelberger Lebensversicherung: 2,50 Prozent
  • Ideal Lebensversicherung: 3,30 Prozent
  • Signal Iduna Lebensversicherung: 2,00 Prozent
  • Inter Lebensversicherung: 2,50 Prozent
  • InterRisk Lebensversicherung: 2,65 Prozent
  • Lebensversicherung von 1871: 2,40 Prozent
  • Provinzial Rheinland: 2,50 Prozent
  • Proxalto Lebensversicherung: 1,25 Prozent
  • Skandia: 2,5 Prozent
  • Swiss Life: 2,25 Prozent
  • Victoria Lebensversicherung: 2,05 Prozent
  • Volkswohl-Bund Lebensversicherung: 2,40 Prozent
  • WGV-Schwäbische Lebensversicherung: 2,40 Prozent
  • WWK Lebensversicherung: 1,90 Prozent
  • Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung: 2,10 Prozent

Für 2020 gibt es wiederum schlechte Nachrichten. Denn über die Hälfte (56 Prozent) der Versicherer mussten die laufende Verzinsung absenken. Von 67 Gesellschaften mussten 37 Unternehmen den Wert kürzen. Gleichzeitigig konnten 30 Versicherer den Zins stabil halten. Konnten 2019 noch bei drei Tarifen die Zinsen nach oben korrigiert werden, war dies anno 2020 bei keinem Tarif möglich.

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Spitzenreiter bei der laufenden Verzinsung ist aktuell die Ideal mit 3,3 Prozent, gefolgt von Entis (ehemals Protektor) mit 3,0 Prozent. Dahinter reihen sich mit je 2,9 Prozent Axa und die Deutsche Ärzteversicherung ein. Eine laufende Verzinsung von 2,7 Prozent oder mehr haben: Presseversorgung (2,8 Prozent), Athora (2,75 Prozent) sowie Continentale, Provinzial Rheinland, DEVK und Volkswohl Bund mit jeweils 2,7 Prozent. Das geht aus einer Auswertung von "Policen Direkt" hervor.