Wenn es um die Alterssicherung geht, verweisen wir in Deutschland gern auf unser System der drei Säulen: Gesetzliche Rente, Betriebsrente plus private Vorsorge. Aber der demografische Wandel lässt Säule Nummer eins schwächer werden: Die Zahl der 65-Jährigen und Älteren wird rasant ansteigen, weil nach 2020 die geburtenstarken Jahrgänge in dieses Alter kommen. Ist heute ungefähr einer von fünf Deutschen im Rentenalter, so wird im Jahr 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein – und jeder Siebte sogar 80 Jahre oder älter.

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Mehr denn je muss Säule drei stabil und belastbar sein

Die zweite Säule hat der Gesetzgeber im Januar dieses Jahres durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz gefestigt. Hier gibt es zahlreiche Anregungen für die Verbesserung der Vorsorge, aber es fehlt bisher noch an der Umsetzung. Mehr denn je muss also die private Initiative, die Säule drei, stabil und belastbar sein. Es gilt, die Lücke, die aus der Addition der Säulen eins und zwei im Verhältnis zum Geldbedarf im Rentenalter entsteht, zu schließen. Und dann gibt es die große Zahl derer, die nicht bis zum Alter von 67 Jahren warten möchten, bevor sie dem Arbeitsmarkt Lebewohl sagen. Auch hier entsteht, zumindest temporär, eine Lücke, die geschlossen werden muss. Welches Modell dem Einzelnen auch vorschwebt: Rechtzeitige, zielgenaue Planung gewinnt immer stärker an Bedeutung.

Veränderte Bedürfnisse erfordern spezielle Investmentmodelle

Bis vor zehn Jahren boten Spareinlagen und festverzinsliche Papiere Anlegern ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Heute sind weltweit rund 13 Billionen US-Dollar in Staatsanleihen mit Minuszinsen angelegt. Und auch Investments mit geringfügiger Verzinsung bringen unter Berücksichtigung der Inflation häufig keine oder sogar negative Erträge. Wer im Rentenalter mit regelmäßigen Zuflüssen rechnen will, muss umdenken. Das heißt auch, auf vermeintliche Sicherheiten zu verzichten und Aktien sowie andere Werte in seine Anlagen zu mischen. Ziel sollte es sein, ein nachhaltiges Einkommen mit höheren Ertragsmöglichkeiten als bei Anleihen und dabei idealerweise mit weniger Volatilität als bei Aktien zu bekommen.

Aus der großen Familie der Mischfonds eignen sich einkommensorientierte Fonds mit festen Ausschüttungen, sogenannte Target Income, besonders gut dafür, dieses Ziel zu erreichen. In diesen Fonds investieren Portfoliomanager die ihnen anvertrauten Gelder auf der Aktienseite idealerweise in Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite; bei Anleihen wählen sie ertragsstarke Titel. Für zusätzliche Erträge können beispielsweise auf Teile des Portfolios Optionsstrategien angewandt werden. Statt nur begrenzt auf Deutschland oder Europa zu blicken, eröffnet diese Anlageform durch Investments in weltweite Assets den Anlegern auch wichtige Wachstumsmärkte. Eine Risikoreduktion kann etwa durch eine Beimischung verschiedener Währungen erfolgen – ein Instrument, welches noch häufig unterschätzt wird.

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In einem Marktumfeld, wie wir es derzeit erleben, in dem sich Aktienmärkte höchstens leicht positiv entwickeln, aber große Hypes nicht zu erwarten sind, können die Manager innerhalb solcher Fonds auch die unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus verschiedener Länder ausnutzen. So können sie beispielsweise die Vorteile, die sich aus der Sonderkonjunktur in den USA – bedingt durch die Steuerreform – ergeben, nutzen, indem sie US-Aktien europäischen Engagements gegenüberstellen. Abgerundet wird die Anlagestrategie durch Absicherungsinstrumente und die genaue Abstimmung der Assets aufeinander. Unterstützt durch ein intensives Risikomanagement über das gesamte Investment erzielen einkommensorientierte Fonds ihre regelmäßigen Erträge durch Kupons, Dividenden und Optionsprämien. Wichtiger als die Erwirtschaftung von Erträgen durch Kurssteigerungen ist dabei, für die Anleger verlässlich planbare Ausschüttungen zu erwirtschaften.