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Interview

Mick Knauff - "Erfolg an der Börse ist planbar!"

Mick Knauff ist Deutschlands bekanntester Börsenkorrespondent© Mick Knauff

Mick Knauff ist eines der bekanntesten Gesichter an der deutschen Börse: Als Korrespondent berichtet der Journalist mit der markanten Glatze und den ausgefallenen Brillen täglich aus dem Frankfurter Handelssaal, unter anderem für N24 und Der Aktionär TV. Der Versicherungsbote hat sich mit Mick Knauff unterhalten, weshalb so viele Deutsche Aktien scheuen - und was gegen das schlechte Image der Börse getan werden kann. Am 14.09.2017 wird Knauff auf dem Branchentreff Vifit in Limbach-Oberfrohna zum Thema Geldanlage sprechen.

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Versicherungsbote: Herr Knauff, seit mehr als zwanzig Jahren berichten Sie beinahe täglich von der Börse. Man hat den Eindruck, Sie fühlen sich auf dem Börsenparkett wohl. Woher diese Leidenschaft? Was macht den Reiz aus, die Finanzmärkte journalistisch zu begleiten?

Mick Knauff: Oh ja, ich fühle mich absolut wohl in und an der Börse. Das spannende gerade am Finanzmarkt ist für mich im Prinzip, dass sich jeden Tag zu jeder Stunde etwas ändern kann. Die Börse lebt ja bekanntlich nicht nur von Unternehmensnachrichten, auch politische Gegebenheiten spielen eine immer größere Rolle. Dazu dann noch die Fantasien und Spekulationen auf eventuell kommende Ereignisse – das alles wird ja an der Börse gehandelt. Und gerade diese Mixtur lässt jeden Tag wieder neu und anders sein. Meine Leidenschaft und mein Auftrag besteht vor allem darin, diese komplexen Sachverhalte einfach und klar zu erklären.

Geld und Börse sind in den Köpfen der Mehrheit der Deutschen keine soliden Partner füreinander. Nur 18 Prozent der Bürger investieren in Aktien und Fonds, das Image ist schlecht. Ich nehme an, aus Ihrer Sicht ist das ein Missverständnis? Was kann gegen das schlechte Image getan werden?

Nun, es ist wohl wahr, dass die Börse in den letzten Jahren keinen allzu guten Ruf bekommen hat. Meiner Meinung nach aber vollkommen zu Unrecht! Es ist doch eher so, dass der Deutsche sich in den Zeiten 1999/2000 und dann noch mit der Lehmann Pleite im Jahr 2008, vielleicht durch Unwissen- und Unerfahrenheit, „die Finger verbrannt" hat. Wir Deutschen sind nie an den Aktienmarkt und die Börse herangeführt worden, dass ist bedauerlicherweise heute noch so. Wir sind erzogen worden zu einem Volk der Sparer. Was auch zu einer gewissen Zeit, als es noch Zinsen auf dem Sparbuch gab, vielleicht OK war. Die Situation heute ist durch die Nullzinspolitik der EZB eine vollkommen andere. Sparen auf der Bank bringt nichts mehr und Frau/ Mann müssen sich überlegen, wovon sie im Alter leben wollen und werden.

In vielen Medien-Beiträgen wird oft Bild der Börse als Casino gepflegt, das Investment in Börsen als Glücksspiel. Auch das ein Grund, weshalb die Deutschen ein Engagement an Börsen scheuen, sie gelten als sehr sicherheitsorientiert. Wie planbar ist der Erfolg an den Finanzmärkten?

Die Börse hat nichts mit einem Casino zu tun! Es geht nicht darum auf ein "paar Zahlen" oder "gerade und ungerade" zu setzen! Erfolg an der Börse ist planbar. Wenn ich heute in Unternehmen investiere und Aktionär werde, bei großen, internationalen Unternehmen, von denen ich weiss, dass sie schon Jahrzehnte existieren und auch Morgen noch Geld verdienen werden, dann ist mein Engagement planbar. Überlegen Sie doch, Unternehmen wie zum Beispiel BASF, Bayer, Fresenius oder auch Adidas, werden die wohl Morgen pleite gehen? Wohl kaum!

Medienmacher wie Finanzanlagenvermittler müssen auch Krisenmanager und -erklärer sein. Wie bringt man einen Anleger nahe, wenn sich die Geldanlage mal doch nicht so entwickelt wie gewünscht? Haben Sie Tipps?

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Die Börse ist in der Tat keine Einbahnstrasse, so schon Andre´ Kostolany. Aber: Wer wirklich an der Börse Erfolg haben will, muss auch Zeit und Geduld mitbringen. Es geht hier gerade nicht um das „schnelle Geld“, sondern um Langfristigkeit. Nur wer einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren oder länger mitbringt, wird Erfolg haben. Schauen Sie, wo der DAX im Jahr 2008 nach der Lehman Pleite stand, bei ca 4.000 Punkten. Und heute steht er bei 12.000 Punkten. Wenn Sie sich jetzt noch ein paar Charts der „Blue Chips“, der guten Unternehmen anschauen, wie Daimler, BMW oder auch der Pharmabranche, werden Sie erkennen, wie gut das Wachstum und auch die Renditen sind. Also, einfach mal nicht „Hin und Her“ handeln, sondern in Ruhe liegen lassen und nicht bei jeder kleinen Krise „kalte Füße bekommen“, Geduld zahlt sich letztlich immer aus.

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