Vor die schlechte eine gute Nachricht. Die Bayerische erwirtschaftete im Jahr 2015 mit 2,49 Prozent mehr Zins als sie sich gegenüber den Versicherten verpflichtet hat. Nun die schlechten Nachrichten. Im Jahr 2015 hätten die Lebensversicherer im Schnitt 2,68 Prozent Garantielasten in den Büchern gehabt, aber lediglich 2,61 Prozent Zins erwirtschaftet. Dies gehe, so die „Bild“-Zeitung aus Zahlen hervor, die das Analysehaus Assekurata für mehr als 70 Unternehmen ermittelt und dem Deutschen Bundestag vorgelegt habe. Demnach fehlen dem untersuchten Markt, folgt man den in dem Pressebericht angegebenen Assekurata-Zahlen, 0,07 Prozent bis zur schwarzen Null.

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Zusatzreserven müssen bis 2025 von 45 auf 196 Milliarden Euro steigen

Die Folge: Die Lebensversicherer müssen ihre Zinsreserve bis 2025 von heute 45 Milliarden auf 196 Milliarden Euro ausbauen, fast vervierfachen, meldet „Bild“ unter Berufung auf Assekurata. Die Zeitung zitiert Assekurata-Chef Reiner Will zu diesem Reservebedarf:

„Dafür fehlt aus heutiger Sicht einzelnen Gesellschaften die Finanzkraft“. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten zitiert die Zeitung auch: „In den kommenden zwei Jahren werden erste Versicherungen ins Wanken geraten. Das gilt unabhängig von ihrer Größe“.

Assekurata

Kleinlein weiter: „Die Politik muss handeln. Die Sicherheitsanforderungen müssen gelockert werden“. Wenn der Gesetzgeber jetzt nicht handele, habe die Lebensversicherung als Altersvorsorge ausgedient. Der Grüne Finanzexperte Gerhard Schick laut „Bild“-Bericht „die meisten Unternehmen stehen vor riesigen Herausforderungen, aber sind derzeit nicht in Gefahr.“ Assekurata-Chef Will fordert: „Die Belastungen aus der Zinszusatzreserve müssen zeitlich gestreckt werden“, sonst sei die Wirtschaftlichkeit einzelner Gesellschaften bedroht.

Lebensversicherer mit Unterdeckung

Assekurata

Im Weiteren veröffentlicht die Zeitung eine Tabelle mit mehr als 70 Lebensversicherern und schreibt für das Jahr 2015 „Bei 20 Anbietern reichten die Kapitalerträge (...) nicht aus, um die Rendite-Zusagen (vor allem für höher verzinste ältere Verträge) zu erfüllen.“ Die höchste Unterdeckung (Garantielast zu Erträgen) hat dem Bericht nach HDI Leben: minus 0,97 Prozent.

Nachtrag:

Nach redaktioneller Freigabe dieses Beitrags erreichte die Redaktion eine Stellungnahme von Assekurata, die mitteilen:

"In dem Artikel "Ist Ihre Lebensversicherung auch unter Druck?" stellt die Bild-Zeitung in der heutigen Ausgabe die "Finanzkraft" der deutschen Lebensversicherer gegenüber. Grundlage hierfür ist eine Kennzahl, welche Assekurata neben vielen anderen im Zuge einer Studie veröffentlicht hat. Assekurata weist darauf hin, dass es nicht sachgerecht ist, die Finanzkraft eines Anbieters alleine anhand dieser Kennzahl zu messen. Bei der Finanzkraft spielen viele Faktoren eine Rolle, welche sich nur mittels eines interaktiven Ratings seriös ermitteln und bewerten lassen."