Der Map Report zählt mit seiner Lebensdauer nunmehr zu den Klassikern unter den Branchendiensten und zeigt sich unkaputtbar in einer Branche, die sich mitunter gegen Transparenz wehrt. Nach dem Tod von Manfred Poweleit 2014 führt nun das "Versicherungsjournal" das Ranking fort. Teilgenommen haben in diesem Jahr insgesamt 34 Lebensversicherer, und im statistischen Mittel unverändert erhielt rund jede fünfte Gesellschaft die Bestnote.

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Map_Report: Wer teilnimmt, hat schon gewonnen

Wer willig ist, am Test teilzunehmen, hat schon mal einen Pluspunkt, auch wenn er am Ende nicht zu den Besten gehört. Aber immerhin legt er Wert auf Durchsichtigkeit, so kommentiert die Wirtschaftswoche. Das aktuelle Ranking mit der Nummer 877 unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch eine veränderte Systematik: bei den Billanzkennzahlen wurden die Punkte modifiziert. Dieser Teil des Rankings, der die Punkte Nettorendite, die RfB-Quote, die Verwaltungs- und Abschlusskosten und die Solvabilitätsquote bewertet, brachte gegenüber den Vertragskennzahlen eine leichte Bedeutungseinbuße zugunsten der Bewertungen der tatsächlichen erreichten Ablaufleistungen und den Beispielrechnungen.

Auch wurden Rentenversicherungen diesmal höher bewertet als Kapitallebensversicherungen. Bei den Stornoquoten hat man ebenfalls eine neue Rechnung angewandt – diese orientiert sich fortan an der Quotenberechnung durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) , so dass bei diesem Punkt nicht mehr die abgängige Versicherungssumme entscheidet sondern die Anzahl der Verträge, so das Versicherungsjournal.

Debeka landet wieder vorn

Obwohl das System des Rankings also etwas variiert wurde, lässt sich, wie gesagt, bei der Siegerplatzierung keine große Verschiebung ausmachen, so portfolio international. Sieben Anbieter erreichten die Höchstnote „mmm“ für „langjährige hervorragende Leistungen“. Absoluter Spitzenreiter bleibt ebenfalls auch unter einem deutlich veränderten Bewertungsraster die Debeka, die Koblenzer erzielten 82,50 Punkte. Auf den Plätzen folgen die Europa und Huk-Coburg, Cosmos, DEVK Eisenbahn, der Allianz sowie die Hannoversche.

Fand sich die R+V im vergangenen Jahr noch in der Spitzengruppe, steht sie nunmehr an vorderster Stelle im Feld der Versicherer mit langjährig sehr guten Leistungen. Weiterhin erhielten die Bewertung „Sehr gut“ die Stuttgarter, LVM, Öffentliche Braunschweig, Continentale, Volkswohl-Bund und die Süddeutsche. Insgesamt sind jeweils 100 Punkte zu erreichen und ab 70 erreichten Punkten erhält der Lebensversicherer die Bestnote „mmm“. Die Bilanzkennzahlen, zu denen die Nettorendite, welche der Versicherer mit seinen Kapitalanlagen erreicht, die RfB-Quote, die Verwaltungs- und Abschlusskostenquote sowie die Solvabilität zählen, gewichtete der Map-Report mit maximal erreichbaren 38 Punkten.

Erfolgreichste Kapitalanleger

Weitere 24 Punkte konnten in der Rubrik Servicekennzahlen (unter anderem Storno, Beschwerden und Prozesse) gewonnen werden. In Rücksicht darauf, dass die Schwankungen in den einzelnen Jahren nicht so stark ins Gewicht fallen, verwendete man für die Untersuchungskriterien in der Regel Mittelwerte der vergangenen zwölf Jahre für die Bewertung. In dem Bereich erfolgreichster Kapitalanleger platzierte sich die Neue Bayerische Beamtenversicherung mit 5,36 Prozent vor der Alten Leipziger (5,06 Prozent) und der Debeka (5,04 Prozent) sowie der Allianz (5,0 Prozent). Zur Nettorendite der Kapitalanlagen ist zu sagen, dass sie sich im Zwölfjahresdurchschnitt von aktuell 4,55 Prozent nach 4,54 Prozent im Vorjahr leicht gesteigert hat.

Nichstdestoweniger leiden die Bilanz- und Leistungsdaten der Lebensversicherer an den Niedrigzinsen. So dass sich bei den tatsächlich erreichen Ablaufleistungen ein Durchschnittswert von nur 2,76 Prozent konstatieren lässt, während dieser im Vorjahr noch bei 3,16 Prozent lag. Betrachtet man eine 20jährige Laufzeit, dann ist die Rendite von 4,01 auf 3,67 Prozent gesunken. Bei über 30jährigen Laufzeiten zeigt sich eine Reduktion auf 4,55 Prozent von vorher 4,79 Prozent im Vorjahr.

Niedrigzinsen gefährlich - plötzlicher Anstieg aber auch

Trotz allen Ungemachs aufgrund der niedrigen Zinsen gibt Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung, gegenüber dem Journal „Wirtschaftswoche“ zu bedenken: "Ein plötzlicher, starker Zinsanstieg könnte für Lebensversicherer sehr gefährlich werden". Vielmehr könnten "Versicherer (...) Probleme bekommen, die Aufsicht müsste sie aus dem Verkehr ziehen." Dieses Risiko drohe bei einem Zinsanstieg "um 2,5, vielleicht 3,0 Prozentpunkte". Wenn nun also die Zinsen mit einem Mal anstiegen, würden die bereits von Lebensversicherern gekauften Anleihen massiv an Wert verlieren, die Konzerne haben immerhin beinah neunzig Prozent ihrer Kapitalanlagen von 844 Milliarden Euro in fest verzinslichen Wertpapieren angelegt. "Irgendwann wäre ihr Wert niedriger als der in unseren Bilanzen. Dann hätten wir keine Chance mehr, mit dem Verkauf dieser Anleihen außerordentliche Erträge zu erzielen", fasst Heinen zusammen. Für das Zinsversprechen sind jene Erträge nun einmal zentral.

Ins Auge fällt das Renditedrama bei den garantierten Leistungen aus aktuellen Beispielrechnungen. Bei Vertragsabschluss garantierte Ablaufleistungen in der Kapitallebensversicherung schlagen nach zwölf Jahren Laufzeit schließlich mit einer Beitragsrendite von minus 0,45 Prozent zu Buche, bei einer 20jährigen Laufzeit im Mittel mit 0,02 Prozent und bei 30jähriger Laufzeit mit 0,21 Prozent.

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Ende der Lebensversicherung? Wohl kaum

Auch im Bereich der Rentenversicherung zeigt sich diese Entwicklung, das heißt, dass die Versicherten sehr viel älter werden müssen, um von ihren eingezahlten Beiträge in Form von Rentenzahlungen jemals zu profitieren. Die These, dass die Versicherten der Lebensversicherung massenhaft abschwörten, fand in der MAP-Studie indessen keine Evidenz. So ist der zwölfjährige Durchschnittswert des Bestandsstornos nur von 3,80 auf 3,72 Prozent zurückgegangen.

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