Laut dem Magazin "Die Zeit" verbrauchen die Gesellschaften in der Ansparphase der Riester-Verträge im Schnitt zwei Drittel der Zinserträge. Damit sind sie weit über dem ursprünglich vorgegeben Ziel, denn die Rürup-Kommision hatte derzeit nur 10-Prozent des jährlichen Sparbeitrages für die Kosten kalkuliert. Allein mit der aktuellen Niedrig-Zinsphase am Kapitalmarkt kann das nicht begründet werden. Das Munich-Center for the Economics-of-Aging (MEA) stellte in einer Studie zur Riester-Rente fest, dass die Versicherungsgesellschaften immer dann überdurchschnittliche Kosten produzieren, wenn die stattliche Förderung hoch ist und der Kunde ein geringes Einkommen hat.

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Mangelnde Transparenz wird in der MEA-Studie als Grund aufgeführt. Genau das hätte mit der letzen Reform (2008) des Versicherungsvertragsgesetztes (VVG) geändert werden sollen, denn seitdem sollen die Versicherer den Kunden die Kosten der Verträge in einem sogenannten Produktinformationsblatt ausweisen. Wirklich transparenter ist es jedoch nicht geworden, denn die Zahlen sind raffiniert versteckt und erlauben faktisch keine Rückschlüsse.

Für die Versicherten ist das eine Katastrophe. Nicht nur, dass sich viele mit ihren Riester-Verträgen in einer nicht vorhandenen Sicherheit wiegen; sie werden auch von der Politik im Stich gelassen. So ist die Kürzung der Renten auf 40 Prozent des Durchschnittslohns beschlossene Sache, egal ob die Riester-Rente aufgeht oder nicht, wirkliche Alternativen gibt es im Versicherungsmarkt nicht. Die Versicherungen sind in der selben Zwickmühle wie die staatliche Rentenkasse selbst. Die Rentner werden immer älter und die dem gegenüberstehende Zahl an Einzahlern nimmt rapide ab. Hinzukommt, dass sich die zukünftige Lebenserwartung nur grob schätzen lässt, der Kapitalmarkt momentan und auf lange Sicht wenig Zinsen abwerfen wird und Geldanlagen mit höheren Risiken schwierig sind, weil man seinen Kunden einen Mindestzins garantieren will und im Fall Riester-Rente auch muss.

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Einziger Hoffnungsschimmer, für diejenigen, die es sich leisten können, ist das direkte Sparen in Aktien-Fonds, hier sind die Kosten vergleichsweise niedrig und die Gewinne landen wirklich beim Kunden. Schon mit kleinen monatlichen Beiträgen lassen sich Sparpläne realisieren. Die bessere Performance hat natürlich seinen Preis, denn die Aktien-Fonds sind teilweise großen Kursschwankungen unterworfen. Auf Grund der aktuellen Alternativlosigkeit könnte das höhere Risiko trotzdem die bessere Wahl sein.