2004 war die Gebühr eingeführt worden, um die Anzahl der Arztbesuche zu steuern und Einnahmen in den Gesundheitsfonds zu spülen. Mittlerweile hat sich an der Besuchsrate der Deutschen beim Arzt nicht wirklich viel geändert. Dagegen sind die Einnahmen der Krankenkassen auf Grund der guten Konjunktur um einiges gestiegen.

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Seit 2011 sind sogar Überschüsse im Gesundheitsfonds stetig angehäuft worden. Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, wünscht sich seit dem eine Rückkehr zum Leben ohne Praxisgebühr. Für die Bundesbürger ist die Praxis gebühr ebenfalls ein Ärgernis. Laut des Wutbürger-Barometers ist die Praxisgebühr für 85 Prozent der Bevölkerung derzeit der größte Aufreger.

Im vergangenen Monat begann mit der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) die erste Krankenkasse die Praxisgebühr für Zahnarztbesuche ihren Versicherten zurückzuerstatten (der Versicherugsbote berichtete: „Hanseatische Krankenkasse zahlt Praxisgebühr zurück“). Damit wurde eine kleine Revolution der gesetzlichen Krankenversicherung gegen die Politik angeschoben.

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Nun zieht die Techniker Krankenkasse nach. Vorstandschef Dr. Jens Baas fordert die komplette Abschaffung der Praxisgebühr. In einem Interview mit der Bild am Sonntag sagt Baas: „Krankenkassen und Gesundheitsfonds stehen derzeit finanziell sehr gut da. Es gibt keinen Grund, den Kranken sinnlos in die Tasche zu greifen. Nicht nur Patienten würden unmittelbar entlastet, sondern auch die Ärzte, weil überflüssige Bürokratie weg fiele. Und nebenbei: Mit dem sinnlosen Ausstellen von Überweisungen auf Vorrat wäre auch endlich Schluss.“. Ebenso verhindere die Praxisgebühr keine unnötigen Arztbesuche und steuere keine Patientenströme. Deshalb hält Baas die Praxisgebühr für verzichtbar.