Durch die Niedrigpreisstrategie der vergangenen Jahre wurden in einigen privaten Krankenversicherungen teilweise große Kundenzuwächse gefeiert. Jedoch sind in den Einsteigertarifen vergleichsweise viele Beitragsschuldner. Juni 2010 schuldeten 120.800 Privatpatienten ihren Versicherern mindestens drei Monatsbeiträge. Im vergangenen Jahr waren es zur gleichen Zeit immerhin schon 142.800 säumige Beitragszahler. Ende September waren es nach Informationen des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) bereits 144.000 Beitragsschuldner. Debeka-Chef Uwe Laue hatte der Nachrichtenagentur dpa gesagt, es gebe bei der PKV bereits rund 150 000 Menschen, die ihre Beiträge nicht zahlten. "Die Beitragsschuld liegt mittlerweile bei 550 Millionen Euro", so Laue.

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Durch die 2009, unter der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), eingeführte Versicherungspflicht sind den privaten Krankenversicherungen die Hände gebunden. Seither darf kein Kunde mehr gekündigt werden, der seine Prämien nicht zahlt. Das öffnet den Nichtzahlern alle Türen. Sie sind somit kostenlos voll versichert.

Der Verband der privaten Krankenversicherung forderte diesbezüglich bereits seit geraumer Zeit eine Reaktion der Bundesregierung. Diese solle endlich eine gesetzliche Regelung für die Vorgehensweise mit Beitragsschuldnern schaffen.

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Eine gesetzliche Regelung soll nun den Weg für einen Nichtzahler-Tarif mit geringem Leistungsumfang freimachen. Die Bundesregierung erwägt, den Weg für "Nichtzahler-Tarife" freizumachen, wie in Regierungskreisen bestätigt wurde. Laut Welt soll der rund 100 Euro im Monat kosten. Abgedeckt werden nur noch akute Krankheiten oder Schwangerschaften. So sollen säumige Versicherte zweimal gemahnt werden, danach werden sie automatisch von ihrem bisherigen Tarif in einen Ruhezustand versetzt. Dafür nötige Änderungen seien im Bundesfinanz- und Justizministerium schon weit gediehen. Durch die Neuregelung wird eine Milderung der Beitragsrückstände, sowie eine Entlastung der Versichertengemeinschaft erhofft.