Der Auto-Pionier Henry Ford I., Erfinder des industriellen Fließbands, sagte einmal: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, dann hätten sie gesagt: ,schnellere Pferde’“. Damit wollte Ford aussagen, dass fortschrittliche Unternehmer für die Produkte ihrer Kunden von morgen vorausdenken müssen. Kutschenbauer, Hufschmiede oder Pferdehändler hätten niemals das Automobil erfunden. Denn die vor hundert Jahren von Gottlieb Daimler und Carl Benz erfundene neumodische Kutsche mit Motorantrieb hätte allen Ross-Protagonisten ihren Markt und damit die wirtschaftliche Grundlage entzogen.

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Wer schneller die Saat in die Furche streut, der erntet auch früher

Ein Zeitsprung. Der Blick auf die Ereignisse im Hause der Allianz im Jahr 2016 knüpft an die Tradition der Pioniere Ford, Daimler und Benz an. Erwähnenswert in Bezug auf den geplanten Fortschritt bei der Allianz erscheint deren Partner mit Namen Pivotal. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet jetzt auf ihrer Webseite über die neu eingerichtete „Garage“ der Allianz. Vorbild des Namens und des Konstrukts seien die Garagen des Silicon Valley in Kalifornien, die etwa an die Keimzellen von Unternehmen wie Microsoft erinnern sollen.

In seiner „Garage“, überwiegend schlipsfrei bewohnt, wird berichtet, will der Versicherer die digitale Zukunft der Versicherung finden. Partner Pivotal, der ausweislich seiner Webseite für Mercedes-Benz deren App für Connected Cars entwickelt haben will, hilft demnach, das Feld künftig schneller zu bestellen. Bisher waren zu lange Prozesse, etwa um neue Software zu entwickeln, eine Sollbruchstelle, an der Mitbewerber in die Geschäfte der Marktführer einbrechen (disruptieren) konnten. Wer früher die Saat in die Furche streut, der erntet auch früher.

Schneller programmiert

Pivotal hält sich auf seiner Webseite zugute, seinen Kunden zu helfen, ihre neue Software schneller, „agil“ zu programmieren. Indem sie ganze Zyklen des Entwicklungsprozesses schlicht tilgen. Wie die SZ weiter berichtet, bauen Allianzler und Pivot-Helfer zurzeit gemeinsam an einer Allianz-App für Apple-Geräte. Inkludiert seien bei dem App-Werk im Werden künftig alle Policen des Kunden aufgelistet; und vollständig die erreichbaren Dienste des Versicherers.

Demnächst solle der Output der Garage laut SZ-Bericht „in kurzen Zeiträumen von zwei bis drei Wochen“ bereitstehen. Damit der Versicherer in der Folge mit Testkunden und Marktforscher-Methoden den Realitäts-Check einer App oder Ähnlichem samt technischem Unterbau durchführen könne. Im Gesamten soll ein Projekt dem Bericht zufolge künftig „nach höchstens 100 Tagen“ fertig sein; die Allianz imitiere die Arbeitsweise von Startups.

Allianz: In Österreich geht’s schon

Bereits Ende 2014 war der Versicherer im Rahmen seiner damals bereits verkündeten digitalen Strategie „Allianz Now“ an den Markt gegangen. Am konsequentesten agierte das Unternehmen dabei in Österreich. Dort führen tatsächlich nur vier Fragen fremde Kfz-Kunden in die eigenen Reihen.

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