Gute Nachricht für geschädigte Infinus-Anleger: Im neuen Jahr können sie erstmals auf eine Auszahlung von Geldern hoffen. Wie Bruno M. Kübler, Insolvenzverwalter der Konzernmutter Future Business KgaA (FuBus) am Donnerstag in Dresden berichtete, sei rund die Hälfte des geschätzten Restvermögens von 150 Millionen Euro gesichert worden. Die Summe von 87,7 Millionen Euro setze sich demnach zusammen aus Bankbeständen (9,8 Mio), Edelmetallen (5 Mio) sowie einem Fonds-Depot (3,4 Mio), wie das Fachportal procontra Online berichtet.

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Rückkäufe aus Lebens- und Rentenversicherungen

Am meisten aber hätten Rückkäufe aus Lebens- und Rentenversicherungen bisher zum gesicherten Vermögen beigetragen, heißt es in einer Pressemeldung von Kübler Rechtsanwälte. Allein aus diesen Geschäften seien 69,5 Millionen Euro zusammengetragen worden. Auch in Zukunft seien die größten Zuflüsse in die Insolvenzmasse aus derartigen Policen-Rückkäufen zu erwarten.

Als Problem entpuppt sich hierbei, dass manche Anbieter Originalpolicen verlangen würden, die erst noch herausgesucht werden müssen. „Angesichts der immensen Menge an Akten kann dies jedoch einige Zeit dauern“, erklärt Kübler. Insgesamt würden noch Rückkaufwerte von rund 39,5 Millionen Euro ausstehen. Hinzu kommen Immobilienwerte von rund 17 Millionen Euro. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass die Geschädigten voraussichtlich auf maximal 20 Prozent ihres investierten Geldes hoffen können.

Auch Zivilprozess eröffnet

Parallel zu der Gerichtsverhandlung in Dresden wurde am vergangenen Montag ein Zivilprozess vor dem Amtsgericht Leipzig eröffnet. In dem Musterprozess fordert ein geschädigter Anleger Schadensersatz für seine Verluste. Der Vorwurf: Infinus-Manager hätten im Firmenprospekt bewusst falsche Angaben über das Vermögen des Unternehmens gemacht, um Kleinanleger mit windigen Versprechungen zu täuschen. Geklagt hat ein Mann, der 75.000 Euro in sogenannte Ordnerschuldverschreibungen investiert hatte.

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Laut Kai Deusing,Vizepräsident und Sprecher des Landgerichtes Leipzig, sind aktuell noch 128 weitere Zivilverfahren gegen Infinus anhängig. Dem Finanzvermittler wird vorgeworfen, seine Anleger mit einem Schneeballsystem getäuscht zu haben. So könnten Gewinne durch Eigengeschäfte vorgetäuscht worden sein. Demnach handelten Infinus Konzerntöchter untereinander Lebensversicherungen und zahlten einander hohe Provisionen, um Erträge vorzutäuschen, die nur auf dem Papier bestanden.