Die Inter Krankenversicherung aG aus Mannheim ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Überschüsse werden hier nicht an Aktionäre ausgeschüttet, sie kommen den Versicherten zu Gute. So heisst es zumindest in den Verkaufsprospekten der Gesellschaft. Das ist jedoch keine Garantie für gutes Wirtschaften und geringere Beiträge. In der Analyse des ehemaligen PKV-Ombudsmanns und Branchenexperten Arno Surminski hatten lediglich drei von 34 untersuchten Gesellschaften einen Beitragsschwund, unter den drei Gesellschaften mit Beitragsschwund war auch die Inter.

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Allein die gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem können auch nicht der Grund für die massiven Beitragsanpassungen sein. Gesellschaften wie Debeka und Allianz kündigten dieses Jahr sogar Beitragssenkungen an. Alle Gesellschaften haben mit denselben Entwicklungen im Gesundheitssystem und medizinischen Fortschritten umzugehen. So haben die privaten Versicherungsgesellschaften ähnliche Probleme wie die gesetzlichen Krankenkassen. Besonders gravierend ist die Überalterung der Gesellschaft, die auch für die privaten Versicherer eine große Belastung ist. Wenigen Neukunden stehen immer mehr Leistungsempfänger gegenüber.

Ein Grund für die Beitragsanpassungen könnte auch der Rechnungszins sein. Die Inter erreichte 2012 noch eine durchschnittliche Verzinsung bei der Altersrückstellung von 4,12 Prozent. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte immer Sommer 18 Krankenversicherer gerügt, ihren Rechnungszins anzupassen. Viele Gesellschaften rechnen noch mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent, dieser ist jedoch auf Grund der aktuellen Marktlage und anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB nicht realistisch. Die Liste der BaFin ist leider nicht öffentlich, so bleibt es reine Spekulation, welche Gesellschaften zu den 18 Krankenversicherern gehören.