Mit der HUK-Coburg Allgemeine steht eine weitere Gesellschaft des HUK-Konzerns auf dem Siegertreppchen der Wohngebäudeversicherung 2024. Nach der HUK-Coburg VVaG und der HUK24 gelingt auch der zweitgrößten Wohngebäude-Einheit des Konzerns der Sprung unter die besten Anbieter des Marktes – diesmal sogar mit der Silbermedaille. Damit sind alle drei HUK-Gesellschaften 2024 in den Top Ten der Schaden-Kosten-Sieger vertreten.
Diese konzernweite Präsenz in der Spitzengruppe ist bemerkenswert, da die drei Gesellschaften sehr unterschiedliche Funktionen im Konzern erfüllen. Die HUK-Coburg VVaG bildet als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit den stabilen Mitgliederbestand des Konzerns ab und ist primär auf Bestandspflege und Ergebnisstetigkeit ausgerichtet. Die HUK24 agiert als schlanker Direktversicherer mit standardisierten Produkten und niedriger Kostenbasis. Die HUK-Coburg Allgemeine hingegen steht für das volumenstarke, marktorientierte Wohngebäudegeschäft des Konzerns.
Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 76,50 Prozent erreicht die HUK-Coburg Allgemeine 2024 Rang zwei im Branchenvergleich. Im Zeitraum von 2019 bis 2024 überschritt die Gesellschaft die Marke von einhundert Prozent lediglich einmal – im Extremjahr 2021 mit 114,78 Prozent. Der Sechsjahresschnitt liegt bei 89,34 Prozent und damit klar unter der technischen Kostendeckungsgrenze, ab der die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.
Ergebnis: hohe Ertragskraft trotz Extremjahr
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 32,21 Millionen Euro und erreicht damit Rang vier im Branchenvergleich. Bemerkenswert ist dabei weniger das Einzeljahr als die Kontinuität: Die HUK-Coburg Allgemeine weist im gesamten Zeitraum von 2019 bis 2024 durchgängig positive Ergebnisse aus.
Selbst im Extremjahr 2021, in dem die Schaden-Kosten-Quote mit 114,78 Prozent deutlich über der Kostendeckungsgrenze lag, verblieb ein positives Ergebnis von 12,13 Millionen Euro. Das niedrigste Ergebnis des Betrachtungszeitraums wurde 2022 mit 5,08 Millionen Euro erzielt. Über sechs Jahre ergibt sich ein Durchschnitt von 18,04 Millionen Euro, der zweitbeste Ergebnisschnitt der Branche. Die Zahlen unterstreichen die hohe Ertragskraft des volumenstarken Geschäftsmodells auch unter stark schwankenden Schadenjahren.
Preisprofil: günstige Position trotz Korrekturen
Die Durchschnittsprämien je Vertrag stiegen zwischen 2019 und 2024 deutlich, bleiben im Marktvergleich jedoch niedrig. Von 300,34 Euro im Jahr 2019 erhöhten sie sich auf 455,47 Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von rund 51,7 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Allein gegenüber 2023 (416,41 Euro) ergibt sich ein Plus von 9,4 Prozent.
Trotz dieser Anpassungen belegt die HUK-Coburg Allgemeine bei den Prämien Rang vierundvierzig von fünfzig und zählt damit weiterhin zu den sieben günstigsten Anbietern im Markt. Die Gesellschaft kombiniert somit ein vergleichsweise niedriges Preisniveau mit klar verbesserter technischer Ergebnislage.
Schadenaufwendungen je Vertrag: kontrolliertes Niveau
Die Schadenaufwendungen je Vertrag liegen 2024 bei 300,40 Euro und erreichen damit Rang acht – nur sieben Anbieter weisen geringere Werte aus. Der höchste Wert des Betrachtungszeitraums wurde 2021 mit 341,84 Euro erreicht, was die Belastung durch das Ahrtal-Ereignis widerspiegelt. Gegenüber 2019 (212,23 Euro) ist das Schadeniveau strukturell gestiegen, bleibt jedoch im Branchenvergleich moderat. Der Sechsjahresschnitt von 279,39 Euro unterstreicht eine insgesamt gut beherrschte Schadenlast, insbesondere gemessen an der Größe und regionalen Breite des Bestands.
Einordnung: Technische Disziplin bei mittlerer Marktgröße
Mit 172 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 1,30 Prozent und Rang neunzehn von fünfzig nach Prämienvolumen gehört die HUK-Coburg Allgemeine zum gehobenen Mittelfeld der Wohngebäudeversicherung (Rang 19). Innerhalb des HUK-Konzerns ist sie die zweitgrößte Wohngebäude-Einheit und nimmt eine wichtige operative Rolle zwischen VVaG und Direktversicherer ein. Die Silberplatzierung bei der Schaden-Kosten-Quote 2024 zeigt, dass auch bei mittlerem Volumen auskömmliche Ergebnisse erreichbar sind – allerdings nicht automatisch. Entscheidend ist weniger die Größe als die konsequente technische Steuerung des Bestands. Dazu zählen eine klar strukturierte Tarifarchitektur, eine vergleichsweise standardisierte Produktgestaltung sowie ein Leistungsumfang, der auf breite Marktabdeckung zielt, ohne maximale Deckungstiefe in allen Risikolagen anzustreben.
Im Unterschied zu hochpreisigen Anbietern mit sehr weitgehenden Deckungen wird Kostendeckung hier nicht über hohe Einzelprämien erzielt, sondern über kontrollierte Schadenlast pro Vertrag. Die Preispositionierung deutet zugleich darauf hin, dass bestimmte Risiken – etwa sehr hohe Versicherungssummen oder besonders exponierte Lagen – selektiver gezeichnet werden.
Im Zusammenspiel mit der HUK-Coburg VVaG und der HUK24 zeigt sich damit weniger ein konzernweiter Größenvorteil als vielmehr eine stringente, spartenübergreifend ähnliche Risikologik, die 2024 bei allen drei Gesellschaften zu Schaden-Kosten-Quoten unter einhundert Prozent führte.