Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 79,17 Prozent erreicht die Helvetia Direktion für Deutschland 2024 Rang sechs im Branchenvergleich. Gegenüber dem Vorjahr (2023: 96,23 Prozent) bedeutet dies eine deutliche Verbesserung. Im gesamten Zeitraum von 2019 bis 2024 überschritt die Gesellschaft die Marke von einhundert Prozent nur ein einziges Mal: im Extremjahr 2021 mit 116,31 Prozent. Der Sechsjahresschnitt liegt bei 95,82 Prozent und bleibt damit unter der technischen Kostendeckungsgrenze.
Ergebnis: trotz guter Quote lange belastet
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 16,43 Millionen Euro und zählt damit zu den besseren Ergebnissen der Branche (Rang 6). Auffällig ist jedoch die Diskrepanz zwischen Quote und Ergebnis in den Vorjahren: Trotz überwiegend auskömmlicher Schaden-Kosten-Quoten musste die Helvetia drei Jahre in Folge Verluste ausweisen – 2021 (minus 10,94 Millionen Euro), 2022 (minus 4,33 Millionen Euro) und 2023 (minus 7,08 Millionen Euro). Entsprechend liegt der Durchschnitt 2019 bis 2024 mit minus 0,44 Millionen Euro noch leicht im negativen Bereich. Erst 2024 markiert eine klare Ergebnisentlastung.
Preisprofil: konsequent im oberen Segment
Die Entwicklung der Durchschnittsprämien je Vertrag unterstreicht die Positionierung im hochpreisigen Segment. Von 684,70 Euro im Jahr 2019 stiegen die Prämien kontinuierlich auf 1.158,51 Euro im Jahr 2024 – ein Zuwachs von rund 69 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Damit zählt die Helvetia 2024 zu den vier teuersten Wohngebäudeversicherern im Markt. Die hohe Prämienbasis reflektiert sowohl umfangreiche Deckungskonzepte als auch höhere versicherte Werte und ist nicht mit Billig- oder Standardtarifen vergleichbar.
Schadenaufwendungen je Vertrag: strukturell hoch, zuletzt rückläufig
Die Schadenaufwendungen je Vertrag belaufen sich 2024 auf 571,48 Euro und entsprechen damit Rang sechsunddreißig im Branchenvergleich – lediglich vierzehn Anbieter weisen höhere Schadenaufwendungen auf. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine spürbare Entlastung: 2023 lagen die Aufwendungen noch bei 661,48 Euro, was Rang achtundvierzig und damit die dritthöchste Schadenlast der Branche bedeutete. Trotz dieser Verbesserung bleibt das Niveau erhöht. Der Sechsjahresschnitt von 553,93 Euro je Vertrag bestätigt eine strukturell überdurchschnittliche Schadenbelastung, die maßgeblich zur anspruchsvollen Ergebnislage der Vorjahre beigetragen hat.
Einordnung: teuer, exponiert, aber 2024 klar entlastet
Mit 144 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 1,08 Prozent und Rang fünfundzwanzig von fünfzig liegt die Helvetia Direktion für Deutschland größenmäßig exakt im Marktmittelfeld. Die Platzierung unter den Schaden-Kosten-Siegern 2024 ist daher weniger Ausdruck geringer Risiken als Ergebnis einer spürbaren Entlastung nach mehreren belasteten Jahren. Sie zeigt zugleich, dass auch hochpreisige Anbieter mit erhöhter Schadenexponierung unter günstigen Schadenverläufen wieder klar in den auskömmlichen Bereich zurückkehren können – ohne dass dies bereits als dauerhaft gesicherte Trendwende zu interpretieren ist.